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Diabetische Neuropathie

Tränen lügen nicht

12.07.2017  10:27 Uhr

Von Sven Siebenand / Die Konzentrationsbestimmung des Neurotransmitters Substanz P im Tränenfilm könnte dazu dienen, ein Neuropathie-Risiko von Menschen mit Diabetes zu erkennen. Zu dieser Einschätzung kommt ein Forscherteam um Dr. Maria Markoulli von der University of New South Wales in Sydney.

 

Die Ergebnisse einer Pilotstudie haben die Wissenschaftler im Fachjournal »Optometry and Vision Science« veröffentlicht (DOI: 10.1097/OPX.0000000000001096). Bei neun erwachsenen Diabetikern und 17 nicht zuckerkranken Probanden in der Kon­trollgruppe bestimmten die Forscher den Substanz-P-Spiegel im Tränenfilm und stellten dabei fest, dass die Werte in der Diabetikergruppe wesentlich geringer waren als im Kontrollarm. Substanz P ist ein Neuropeptid, das unter anderem an der Wundheilung, im Auge aber auch an der Versorgung der Hornhaut beteiligt ist.

 

Die Forscher stellten zu dem bei einer weiteren Untersuchung fest, dass Diabetiker eine signifikant geringere Nervenfaserdichte in der Hornhaut aufweisen, was ebenfalls ein Prädiktor für eine periphere Neuropathie ist. Markoulli und Kollegen stellen in Aussicht, dass – sollte sich dieser Zusammenhang in weiteren Studien bestätigen – Substanz P im Tränenfilm zukünftig ein wertvoller Biomarker für diabetische Neuropathien werden könnte, der zudem mit einer nicht-invasiven Methodik bestimmbar ist. /

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