Pharmazeutische Zeitung online
Zöliakieacker

Getreide ohne Gluten

29.06.2010  11:17 Uhr

Von Ulrike Abel-Wanek / Gluten in Brot und Kuchen macht vielen Menschen gesundheitlich zu schaffen. Welche Alternativen es für den Speisezettel gibt, zeigt das Freilichtmuseum Beuren.

Sämtlichen Pflanzen auf einem in diesem Frühjahr angelegten Schauacker des Museums ist eins gemein: Alle sind glutenfrei. Ihnen fehlt das Getreideeiweiß, das sich beispielsweise in Weizen, Gerste und Dinkel befindet. Stattdessen kann sich der Besucher über Kartoffeln, Topinambur, Linsen, Raps, Erbsen, Bohnen, Mais und Sonnenblumen informieren. Die Pflanzen wachsen neben den selteneren, weil hierzulande nicht angebauten Nahrungspflanzen Amarant, Buchweizen, Hirse und Quinoa.

Amarant und Quinoa waren in Südamerika bei Inkas und Azte­ken neben Mais die wichtigs­ten Nahrungspflanzen. Quinoa wur­de dort im 18. Jahrhundert durch aus Europa eingeführte Gerste und Weizen verdrängt. Hirse war als Nahrungsmittel in Deutschland noch vor hundert Jahren verbreitet. Heute wird der Bedarf durch Importe gedeckt. Auf Schautafeln vor den Pflan­zenparzellen finden die Muse­umsbesucher Erläuterungen zu den einzelnen Pflanzen und ihren Besonderheiten.

 

Zöliakie ist eine lebenslange Unverträglichkeit des menschlichen Dünndarms auf das Getreideeiweiß Gluten. Die betroffenen Menschen reagieren mit starker Entzündung der Darmschleimhaut. Die Folgen sind unter anderem eine schlechte Verdauung, allgemeine Schwächung, Müdigkeit und Gewichtsabnahme. Als wirksamste Gegenmaßnahme wird eine lebenslange strenge Diät mit ausschließlich glutenfreier Nahrung notwendig. Erst wenn man auf Weizen, Roggen und Co. verzichten muss, wird einem bewusst, wie häufig diese Getreide und ihre Bestandteile tatsächlich in Nahrungsmitteln vorkommen.

 

Führungen auf dem Schauacker finden am Mittwoch, 7. Juli 2010, um 15 Uhr zum Thema »Von Kartoffeln, Buchweizen und Topinambur« sowie am Samstag, 24. Juli 2010, um 14.30 Uhr zum Thema »Von Amarant, Quinoa und Hirse« statt. Eine Anmeldung ist nicht erforderlich. Zusätzlich zu den Sonderführungen bietet das Freilichtmuseum Beuren in den Monaten Juli bis September auch Führungen für Gruppen mit dem Schwerpunkt »glutenfreie Pflanzen« an. /

Freilichtmuseum Beuren. Museum des Landkreises Esslingen für ländliche Kultur, In den Herbstwiesen, 72660 Beuren, Telefon 07025 91190-33, E-Mail: info(at)freilichtmuseum-beuren.de, www.freilichtmuseum-beuren.de. Öffnungszeiten: täglich außer montags, 9 bis 18 Uhr.

Mehr von Avoxa