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Blindenfußball

Torwandschießen im Museum

29.06.2010  11:17 Uhr

Von Ulrike Abel-Wanek / Im Dialogmuseum in Frankfurt am Main führen blinde Menschen die sehenden Besucher durch ein Labyrinth abgedunkelter Räume. Anlässlich der WM bietet eine 90-minütige Spezialtour noch bis zum 4. Juli »Torwandschießen im Dunkeln« an.

Es war die Idee eines sehbehinderten Mitarbeiters und eines fußballbegeisterten Technikers: Innerhalb kurzer Zeit bauten sie einen der sechs stockdunklen Erlebnisräume der Ausstellung »Dialog im Dunkeln« zum »Sportstudio« um. In totaler Finsternis steht nun »Torwandschießen« auf dem Programm, natürlich blindengerecht. Akustische Signale zeigen an, wenn der Ball ins Ziel geht, und statt weißem Punkt markiert eine fühlbare Erhebung die Abschussstelle des Leders. Vor dem Rundgang können sich Besucher im Foyer des Museums darüber informieren, wie Blindenfußball funktioniert.

Im Dialogmuseum sind die sehenden Besucher »blind«. Sie folgen ausschließlich der Stimme ihres blinden Führers und gehen durch szenisch als Park, Stadt, Boot oder Bar gestaltete Räume. An die Stelle visueller Eindrücke treten innere Bilder, und von Raum zu Raum nimmt der Zugang zur »nichtvisuellen« Welt zu. Die fußballerischen Fähigkeiten scheinen jedoch gleich zu bleiben, beobachtete Klara Kletzka, die Geschäftsführerin des Museums: »Wer im Hellen nicht trifft, trifft hier im Dunkeln auch nicht – und umgekehrt.« /

Dialogmuseum Frankfurt am Main, Öffnungszeiten: Dienstag bis Freitag 9 bis 17 Uhr, Samstag und Sonntag 11 bis 19 Uhr. Anmeldungen sind erforderlich: Telefon 069 90432144. www.dialogmuseum.de.

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