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CSU-Brief: Seehofer umwirbt Apotheker

17.08.2018
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Von Stephanie Schersch / Die CSU setzt in der heißen Phase des Wahlkamps gezielt auf die Apotheker. Gemeinsam haben CSU-Chef Horst Seehofer und Bayerns Innenminister Joachim Herrmann einen Brief an rund 3000 Apotheker im Freistaat verschickt.

 

Darin verweisen sie auf die Bedeutung der Pharmazeuten im Gesundheitswesen und werben um die Stimmen der Apotheker. Wie die Ärzte seien auch diese »wichtige Gesundheitspartner« für die Patienten. »Das Netz der medizinischen Versorgung in allen Landesteilen ist ohne Apotheken nicht denkbar«, heißt es. Daher werde man die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen für Apotheken so gestalten, »dass sie überall in Bayern eine gute Zukunft haben«.

 

Ein Versandhandelsverbot mit rezeptpflichtigen Arzneimitteln steht für die CSU offenbar weit oben auf der Agenda. »Sie können sicher sein, dass wir diese Forderung im Gegensatz zu anderen Parteien nach der Wahl durchsetzen werden«, so Seehofer und Herrmann. Der Brief schließt mit einem Wahlappell. Wer die flächendeckende Versorgung mit Apotheken unterstützen wolle, müsse mit beiden Stimmen CSU wählen, heißt es.

 

Dass die Partei so gezielt um die Apotheker wirbt, überrascht nicht. In ihrem als Bayernplan titulierten Wahlprogramm sprechen sich die Christsozialen bereits deutlich für Landapotheken und gegen den Rx-Versandhandel aus. Auch Bayerns Gesundheitsministerin Melanie Huml (CSU) hatte sich zuletzt immer wieder für ein Versandverbot starkgemacht. In ihrem Brief verweisen Seehofer und Herrmann noch auf eine Internetseite zur Bundestagswahl (csu.de/apotheker), mit der die Partei die Apotheker direkt anspricht. In einer Videobotschaft dankt CSU-Generalsekretär Andreas Scheuer den Apothekern für ihre Arbeit. Darüber hinaus wirbt die Partei um Spenden, mit denen man ihren »Einsatz für die Apotheken« unterstützen soll. /

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