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Spargel

Gesundheit mit Köpfchen

05.05.2009
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Weiß, violett oder grün

Grundsätzlich lassen sich drei verschiedene Spargelsorten unterscheiden. Der Unterschied liegt im Wesentlichen im Geschmack, in der Anbaumethode sowie der Sortenwahl. Damit der weiße Spargel seine Farbe behält, kultiviert man ihn in Erddämmen unterirdisch. Seltener ist violetter Spargel, der nur für kurze Zeit Lichteinfluss ausgesetzt ist. Im Gegensatz zu diesem sogenannten Bleichspargel wächst Grünspargel unter Lichteinfluss und bildet deshalb Chlorophyll, das für seine Farbe verantwortlich ist. Grüner Spargel enthält auch mehr Vitamin C und β-Carotin als sein weißer Bruder.

Diesen Effekt nutzte bereits Hippokrates. Über Jahrhunderte schätzten Ärzte Spargel als Heilpflanze, womit der botanische Name Asparagus officinalis zu erklären ist. Auch heute ist Spargel als Therapeutikum nicht unbekannt.

 

Spargel in Tabletten, nicht in Gläsern

 

Während für Spargelkraut eine Negativ-Monographie der Kommission E vorliegt, bewertete das Gremium Spargelwurzelstock positiv. Indikationen für Asparagi rhizoma sind demnach die Durchspülungsbehandlung bei entzündlichen Erkrankungen der ableitenden Harnwege und die Prävention von Nieren- und Blasensteinen. Die enthaltenen Steroidsaponine werden für den harntreibenden Effekt verantwortlich gemacht. Da die geschnittene Droge oder das entsprechende Pulver in der Apotheke aber für gewöhnlich nicht erhältlich ist, müssen Anwender auf Fertigpräparate ausweichen. Laut Kommission E führen 2000 bis 2800 mg getrocknetes Spargelpulver pro Tag zu einer ausreichenden Aquarese. Wichtig ist, während der Durchspültherapie auf eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr von mindestens zwei Litern pro Tag zu achten. Kontraindikationen sind entzündliche Nierenerkrankungen sowie Ödeme infolge eingeschränkter Herz- und Nierenfunktion. Häufig werden Spargelpräparate zudem zum Abnehmen beworben. Da das Gemüse jedoch nur die Wasserausscheidung ankurbelt, wird der Gewichtsverlust nur von kurzer Dauer sein. Fettpölsterchen bringt Spargel nicht zum Schmelzen.

 

Nicht nur bei hoch dosierten Präparaten mit Spargelpulver, sondern auch beim Verzehr des Gemüses sollten Patienten mit Nierenerkrankungen vorsichtig sein. Unter Umständen kann Spargel wegen seines hohen Purin-Gehaltes (vor allem in den Spargelköpfen) auch Gichtpatienten Probleme bereiten.

 

Völlig ungefährlich, dafür aber unangenehm ist der strenge Uringeruch nach dem Verzehr von Spargel. Dafür ist ein Enzym verantwortlich, das den enthaltenen Aromastoff Asparagussäure aufspaltet. Die dabei freiwerdenden schwefelhaltigen Verbindungen machen den Geruch aus. Wissenschaftler haben herausgefunden, dass die Produktion dieser geruchsintensiven Abbauprodukte genetisch bedingt ist. Bei etwa 40 Prozent der Menschen tritt der typische Uringeruch nach dem Genuss von Spargel auf, bei den anderen nicht.

Allergisch gegen Spargel

Nicht jeder kann Erntehelfer sein. In seltenen Fällen reagieren Menschen nämlich allergisch auf Spargel. Als Kontakt-allergen konnten Wissenschaftler den Wuchsstoff 1,2,3-Trithian-5-carboxylsäure ausmachen. Über Kontaktdermatiden wurde nicht nur beim Spargelstechen, sondern auch beim Schälen, Einmachen oder Verkauf des Gemüses berichtet. Als man Spargel früher noch in den Fabriken manuell schälte, trat die sogenannte Spargelkrätze weitaus häufiger auf. Fälle, die nicht berufsbedingt sind, waren und sind jedoch die absolute Ausnahme. Meistens entwickelt sich bei den Betroffenen ein Haut-ekzem an Hand und Fingern, auch Hautveränderungen an anderen Körperstellen, etwa im Gesicht, sind möglich. Da das Spargel-Kontaktallergen vor allem im jungen und nicht im reifen Spargel vorkommt, sollte der Epikutantest so früh wie möglich in der Spargelsaison liegen. Ansonsten besteht die Gefahr, dass er falsch negativ ausfällt. Gekochter Spargel wird in der Regel gut vertragen. Grund ist die Thermolabilität möglicher Allergene.

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