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Die Top-Themen der Apotheker im Wahlkampf

12.04.2017
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Die Top-Themen der Apotheker im Wahlkampf

Mit drei Kernforderungen wird die ABDA – Bundesvereinigung deutscher Apothekerverbände in den Bundestagswahlkampf 2017 gehen: die Stärkung der freiberuflichen Leistungs­erbringung und der flächendeckenden Versorgung mit Arzneimitteln sowie die Verbesserung des Honorarsystems. Die ABDA will diese für die Apothekerschaft wichtigen Forderungen in die Wahlprogramme der einzelnen Parteien einbringen, sagte ABDA-Präsident Friedemann Schmidt (Foto).

 

In Teilen sei dies bereits gelungen. Nach der Wahl will die ABDA möglichst viele wichtige Pläne der Apotheker in den Koalitionsvertrag einbringen. »Die Erfahrung hat gezeigt: Was da nicht drin steht, wird nicht gemacht«, so Schmidt beim PZ-Management-Kongress in Palma de Mallorca.

Zudem fordert die ABDA weiterhin, den Versandhandel mit rezeptpflichtigen Arzneimitteln zu verbieten. Kurz nach dem EuGH-Entscheid vom 19. Oktober 2016 habe man in einer Runde mit Gesundheitsminister Hermann Gröhe (CDU) die Konsequenzen dieser Entscheidung und deren Auswirkungen auf die Apotheker diskutiert. Dabei seien – anders als häufig dargestellt – alle denkbaren Lösungen besprochen worden, berichtete Schmidt.

 

Das Ausmaß der Betroffenheit sei zu hoch, als dass es sich durch beispielsweise eine Erhöhung des Nacht- und Notdienstfonds kompensieren lasse. Die Alternativen zum Rx-Versand-Verbot hätten den gleichen Nachteil, sie führen nicht zu einem Preiswettbewerb, der vom EuGH aber ausdrücklich gefordert wird, und würden von diesem daher nicht akzeptiert. Denn im Wettbewerb um Qualität seien die Versender chancenlos.

 

Aus Sicht der Apotheker ist der Rx-Versand nicht das Problem, damit haben die Apotheker zu leben gelernt. Das eigentliche Übel ist der Angriff auf die Arzneimittel-Preisverordnung, so Schmidt. »Wir wollen keinen Preiswettbewerb bei rezeptpflichtigen Arzneimitteln.« Der schade dem Patienten, schüre einen ruinösen Wettbewerb unter Apothekern und gefährde somit die flächendeckende Versorgung. Deshalb werde man das Thema in den Wahlkampf bringen, denn vor der Wahl sei in dieser Hinsicht nichts mehr zu erreichen.

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