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Nervenschäden bei Fibromyalgie nachgewiesen

26.03.2013
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Von Christina Hohmann-Jeddi / Eine mögliche körperliche Ursache für die Schmerzen von Fibromyalgie-Patienten haben Forscher der Universität Würzburg entdeckt: Sie wiesen Schäden an den kleinen Nervenfasern nach. Das berichten Nurcan Üçeyler und ihre Kollegen im Fachjournal »Brain« (doi: 10.1093/brain/awt053).

Die Funktion der als »small fibres« bezeichneten kleinkalibrigen schmerzleitenden Nervenfasern untersuchten die Würzburger Forscher bei 25 Patienten mit Fibromyalgie-Syndrom, zehn Patienten mit monopolarer Depression und gesunden Probanden, die als Kon­trolle dienten. Dabei wandten die Forscher drei verschiedene Methoden an. »In allen drei Testverfahren fanden sich bei Patienten mit Fibromyalgie-Syndrom deutliche Zeichen für eine Schädigung der kleinen Nervenfasern«, erklärt Üçeyler in einer Pressemitteilung der Universität. Die Fibromyalgie-Patienten reagierten weniger empfindlich auf Temperaturreize und zeigten schwächere Antworten auf die Schmerzreize. Zudem war die Anzahl der kleinen Fasern deutlich reduziert. Die Fibromyalgie-Patienten unterschieden sich sowohl von der Kontrollgruppe als auch von den depressiven Patienten, die nicht unter Schmerzen litten. Diese waren in die Untersuchung mit aufgenommen worden, weil Fibromyalgie-Patienten häufig Depressionen zugeschrieben werden, da körperliche Ursachen für die Beschwerden nicht nachzuweisen sind.

 

Noch sei nicht klar, wie die Nervenschädigungen bei Patienten mit Fibromyalgie-Syndrom zustande kommen. Den Würzburger Forschern zufolge könnten die Ergebnisse aber zu einer Neudefinition der Erkrankung führen. Durch die Schädigungen der Nervenfasern erfüllten die Schmerzen bei Fibromyalgie nun die Kriterien für neuropathische Schmerzen, so Üçeyler. /

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