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Darmkrebsvorsorge

Ärzte empfehlen Darmspiegelung ab 50. Lebensjahr

14.02.2018
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Von Daniela Hüttemann / Ab einem Alter von 50 Jahren steigt die Häufigkeit von Darmkrebs deutlich an. Derzeit wird eine Darmspiegelung, die zuverlässigste Vorsorgemethode, im Regelfall jedoch erst gesetzlich Versicherten ab 55 Jahren bezahlt. Das soll sich ändern, fordert die Deutsche Gesellschaft für Gastroenterologie, Verdauungs- und Stoffwechselerkrankungen (DGVS).

 

Auch dank der Koloskopie seien die Erkrankungsfälle bei Menschen ab 55 Jahren rückläufig – bei jüngeren dagegen nicht. Daher sollte allen über 50-Jährigen eine Koloskopie angeboten werden, heißt es in einer Pressemitteilung der DGVS. So empfehle es auch die aktualisierte S3-Leitlinie zum Kolorektalen Karzinom.

»In einer prospektiven Studie aus den Jahren 2014/2015, in der bei 1396 Versicherten zwischen 50 und 54 Jahren eine Koloskopie durchgeführt wurde, wurden bei 8,6 Prozent der untersuchten Männer und bei 4,5 Prozent der untersuchten Frauen fortgeschrittene gut- oder bösartige Tumore entdeckt«, begründet Privatdozent Dr. Christian Pox, einer der Koordinatoren der Leitlinie, die Empfehlung. International werde sogar diskutiert, ob eine Darmspiegelung auch schon ab 45 Jahren sinnvoll ist. Hierzu lägen jedoch in Deutschland noch ungenügend Daten vor, um ein Screening zu empfehlen.

 

Das Risiko, im Laufe seines Lebens an Darmkrebs zu erkranken, liegt laut DGVS in Deutschland bei etwa 6 Prozent. Mit jedem Blutsverwandten, der an Darmkrebs erkrankt ist oder war, verdoppelt sich jeweils das Erkrankungsrisiko. Bei dieser Gruppe sollte ein Screening früher beginnen. Das individuelle Risiko lasse sich gut über einen kurzen standardisierten Fragebogen ermitteln. Die DGVS hält es für sinnvoll, allen Versicherten ab dem 30. Lebensjahr einmalig einen solchen Fragebogen zukommen zu lassen und gegebenenfalls medizinische Maßnahmen einzuleiten. Seit Einführung des flächendeckenden Screenings in 2002 wurden etwa 180 000 Darmkrebserkrankungen verhindert. /

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