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Innovationsfonds

Weiteres Potenzial

25.01.2017
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Von Jennifer Evans, Berlin / Die neuen Konzepte für eine verbesserte Patientenversorgung haben alle Erwartungen übertroffen. Darin waren sich die Experten einig, die am Montag im Bundesgesundheitsministerium in Berlin zum offiziellen Start der 91 aus dem Innovationsfonds finanzierten Projekte zusammenkamen.

Als Kriterien für die Erteilung des Förderzuschlags waren Nachhaltigkeit und Umsetzbarkeit maßgeblich. Wie die parlamentarische Staatssekretärin beim Gesundheitsminister, Annette Widmann-Mauz (CDU) erläuterte, ging es um Projekte mit dem Potenzial, dauerhaft in den Versorgungskatalog der Gesetzlichen Krankenversicherung aufgenommen zu werden und jene, die sich gut in bereits bestehende Strukturen im Gesundheitswesen integrieren lassen.

 

Seit dem 1. Januar 2016 hat der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) den Auftrag, neue Versorgungsformen und entsprechende Forschungsprojekte zu fördern. Das organisiert der beim G-BA angesiedelte Innovationsausschuss, die finanziellen Mittel dafür kommen aus dem Innovationsfonds. Die Fördersumme für die Jahre 2016 bis 2019 beträgt jeweils 300 Millionen Euro.

 

Es habe ein großes Spektrum hochqualifizierter Anträge gegeben, betonte Professor Josef Hecken, Vorsitzender des Innovationsausschusses. Grundsätzlich habe er unter den rund 700 eingereichten Skizzen aber auch zwei relativ vernachlässigte Bereiche ausgemacht.

 

Laut Hecken hätten deshalb in Zukunft solche Konzepte gute Erfolgschancen, die sich entweder mit dem »Abbau administrativer Hemmnisse« oder mit der »Delegation oder Substitution von Leistungen« beschäftigen. So müssten etwa Hausbesuche künftig nicht mehr ausschließlich durch einen Arzt getätigt werden. »Das bedeutet gleichzeitig eine Aufwertung des Pflegepersonals«, betonte Hecken.

 

Als weitere Erfolgsfaktoren für neue Projekte sieht Ilona Köster-Steinebach, Patientenvertreterin im Innovationsauschuss, vor allem deren Barrierefreiheit. In Zukunft gelte es verstärkt, sowohl kulturelle und sprachliche als auch Hindernisse, die die Herkunft der Patienten betreffen, zu berücksichtigen. Als einer der Auswahlkriterien galt in dieser Förderungswelle daher bereits, wie stark die Projektvertreter die Patientensicht mit einbezogen hatten. /

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