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Impfstoffforschung

Epidemien zuvorkommen

25.01.2017
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Von Christina Hohmann-Jeddi / Impfstoffe für mögliche künftige Epidemien zu entwickeln, ist das Ziel der neu gegründeten globalen Allianz CEPI (Coalition for Epidemic Preparedness Innovations). So soll eine der Lehren aus der Ebola-Epidemie in Westafrika in die Praxis umgesetzt werden.

Für die Initiative stellen die Bill & Melinda Gates Stiftung, der Wellcome Trust sowie die Regierungen von Deutschland, Japan und Norwegen insgesamt 460 Millionen US-Dollar (430 Millionen Euro) zur Verfügung. Dies gaben die Partner der Koalition beim Wirtschaftsforum in Davos bekannt.

 

Die Ebola-Epidemie in Westafrika hat gezeigt, wie wenig die Weltbevölkerung auf große Ausbrüche vorbereitet ist. Obwohl schon experimentelle Vakzinen gegen das Ebola-Virus existierten, war deren Sicherheit und Wirksamkeit bis zu dem Ausbruch im Jahr 2013 nur an Tieren, aber nie an Menschen untersucht worden. »Die Sicherheitsdaten bei Menschen zu beschaffen, kostete neun bis zwölf Monate Zeit«, sagte Professor Dr. Jeremy Farrar, Direktor des Wellcome Trust in London, gegenüber der Fachzeitschrift »Nature«. Auf zukünftige Epidemien wolle man besser vorbereitet sein.

 

CEPI hat das Ziel, für Erreger mit epidemischem Potenzial jeweils zwei Erfolg versprechende Impfstoff-Kandidaten durch die klinischen Phasen I und II zu bringen. Wenn Sicherheit und Immunogenität belegt sind, soll für die einzelnen Vakzinen ein Vorrat produziert werden, der im Falle eines Ausbruchs in das betroffene Gebiet gebracht werden kann. Dort können die Impfstoffe dann auf ihre Wirksamkeit zur Verhinderung der Erkrankung getestet werden. Als Erstes stehen je zwei Impfstoffe gegen das MERS-Corona-, Lassa- und Nipah-Virus auf der Liste. Diese Erreger haben aus Sicht von CEPI das Potenzial, ähnliche Ausbrüche wie Ebola auszulösen.

 

Auch gegen das mit dem Ebola- Erreger verwandte Marburg-Virus, gegen das Rift-Valley-, Chikungunya- und Krim-Kongo-Virus sollen Vakzinen entwickelt werden. Man wolle Projekte in allen Stadien der Entwicklung – von der Grundlagenforschung bis zur klinischen Studie – unterstützen, heißt es in einer Pressemitteilung des CEPI. /

 

Für potenzielle Pandemie-Erreger sollen Vakzinekandidaten in die klinische Entwicklung bis Phase II gebracht werden – so das Ziel der Initiative CEPI.

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