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Nicotin

EU will E-Liquids reglementieren

22.01.2013  19:17 Uhr

Von Anna Hohle / Die europäische Kommission will nicotin­haltige Produkte, die keinen Tabak enthalten, künftig schärfer regulieren. Von der geplanten Änderung wären auch die Liquids für sogenannte E-Zigaretten betroffen, wie eine Sprecherin der EU-Kommission bestätigte.

E-Zigaretten sind elektronische Geräte, die das Rauchen simulieren. Im Handel erhältliche nicotinhaltige Flüssigkeiten, sogenannte Liquids, werden per Heizdraht im Gerät erwärmt. Konsumenten atmen den entstehenden Dampf durch ein Mundstück ein. Dieser Vorgang wird umgangssprachlich als »dampfen« bezeichnet.

 

Bislang sind Liquids in unterschiedlichen Konzentrationen von 0 bis 24 Milligramm Nicotin pro Milliliter frei im Handel erhältlich. Die EU-Kommission will Produkte, deren Nicotin-Gehalt eine bestimmte Höhe überschreitet, jedoch als Arzneimittel klassifizieren: Dies solle für alle nicotinhaltigen Erzeugnisse gelten, »die einen Nicotingehalt von über 2 mg oder eine Nicotinkonzentration von über 4 mg/ml aufweisen«, heißt es im Vorschlag zur Änderung der Tabakrichtlinie. Demnach müssten die Hersteller für Flüssigkeiten oberhalb dieser Grenze die Zulassung als Arzneimittel beantragen.

 

Laut dem Verband des E-Zigaretten-Handels (VDEH) kommt dieser Plan einem Verbot der E-Zigarette gleich. »Bis die Zulassung als Arzneimittel erfolgt wäre und die Liquids in die Apotheken kämen, würden drei bis vier Jahre vergehen«, sagte ein VDEH-Sprecher gegenüber der Pharmazeutischen Zeitung. »Auch würde dies die Hersteller sehr viel kosten. Nach unserem Kenntnisstand wird keines der Unternehmen eine solche Investition wagen.«

 

Auch Konsumenten meldeten sich zu Wort und kritisierten den Plan der EU. Die meisten Nutzer wählten Liquids mit einem Nicotingehalt zwischen 10 und 16 Milligramm pro Milliliter, teilte die Interessengemeinschaft E-Dampfen (IGED) mit. Nur in dieser Konzentration kann laut dem Verein der Umstieg vom Tabakrauchen auf angeblich weniger gesundheitsschädliches E-Dampfen gelingen. Nun fürchten Konsumenten, durch die geplante Beschränkung wieder auf Tabakprodukte ausweichen zu müssen, um die gewohnte Nicotindosis zu erreichen – mit aus ihrer Sicht negativen Auswirkungen auf ihre Gesundheit.

 

Der Verein fordert deshalb per Online-Petition, nicotinhaltige Liquids weiter ohne Dosierungsbeschränkung frei zu handeln. Laut VDEH konsumieren in Deutschland rund zwei Millionen Menschen E-Zigaretten. /

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