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Apothekerkammer Niedersachsen

»Apotheker meistern unfassbares Aufgabenspektrum«

Niedersachsens Kammerpräsidentin Cathrin Burs bedankt sich bei den Apotheken für den unermüdlichen Einsatz in der Corona-Krise – und lobt die Solidarität unter den Pharmazeuten. Sie hofft auf einen bleibenden Eindruck in der Bevölkerung und der Politik.
Christiane Berg
26.03.2020
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Durch gemeinschaftlichen Applaus und Klatschen an Fenstern und auf den Balkonen zeigen derzeit Menschen in ganz Europa ihre Dankbarkeit gegenüber Ärzten, Pflegepersonal und anderen »Helden des Alltags«. Dazu zählen auch die Mitarbeiter der Apotheken. Die Bürger machen damit deutlich, dass sie den großen, oftmals bis zur Erschöpfung reichenden Einsatz zu würdigen wissen.

In einem Dankesbrief hat sich nunmehr auch die Präsidentin der Apothekerkammer Niedersachsen, Cathrin Burs, an alle Mitglieder der Kammer gewandt und ihnen ihren Respekt und ihre Anerkennung ausgesprochen. »Sie meistern derzeit ein unfassbares Aufgabenspektrum – und das ganz exzellent. Bitte bleiben Sie zuversichtlich, dass wir mit vereinten Kräften die Pandemie bewältigen werden«, so lautete ihr Appell. »Die Corona-Krise erschüttert die Zivilgesellschaft zutiefst. Bewährte und als selbstverständlich geltende Mechanismen, technologische Errungenschaften und funktionierende Prozesse erscheinen unerwartet fragil. Die Menschen müssen erkennen, wie verletzlich ihr höchstes Gut, die Gesundheit ist«, so die Kammerpräsidentin in dem Schreiben, in dem sie von der Pandemie als »gewaltige Belastungsprobe für uns alle« spricht.

Die Covid-19-Pandemie halte nunmehr über zwei Wochen insbesondere Ärzte, Pflegekräfte und Apotheker in Atem. Diese, so Burs, haben Schlüsselrollen bei dem Versuch, im unermüdlichen solidarischen Einsatz die Bevölkerung rund um die Uhr medizinisch und pharmazeutisch zu versorgen und damit auch das Gemeinwesen aufrechtzuerhalten.

Garant für Funktionalität

Sei in der aktuellen Ausnahmesituation branchenübergreifende Kollegialität das Gebot der Stunde, so gelte dieses sowohl für die Unterstützung in der Beschaffung von Schutzkleidung und von Arzneimitteln als auch für die Absprache von Notdiensttauschen oder der Veränderung von Öffnungszeiten beziehungsweise für den Schutz des gesamten Apothekenteams.

»Tagein tagaus tragen Sie auch zur Beratung und Beruhigung der Patienten bei oder finden – wenn es sich als erforderlich erweist – Alternativlösungen auf dem ohnehin schon durch die Lieferengpässe angespannten Arzneimittelmarkt«: Dieses, so Burs, sei von besonderer Relevanz angesichts der Tatsache, dass es »keinen Masterplan gibt, den man einfach nur abarbeiten kann«.

Die Versorgung der Bevölkerung lasse sich eben nicht einfach nur via Versandhandel und Mausklick sicherstellen. Im Gegenteil: »In dieser beispiellosen Krise wird die große Bedeutung der Vor-Ort-Apotheken und somit auch der Freiberuflichkeit der Apotheker offenbar, die es ihnen ermöglicht, situationsbedingt immer wieder kreative, fachlich unabhängige, individuelle, mutige und eigenverantwortliche Entscheidungen zu treffen«, unterstrich Burs im Telefongespräch mit der PZ.

Die Zeit der Aufarbeitung nach Bewältigung der Covid-19-Krise werde kommen. Lokal, unmittelbar, sozial: Werden unter »dem Brennglas von Corona« zukünftig alle gesellschaftlichen Mechanismen und Notwendigkeiten auf den Prüfstand gestellt werden, so wird sich die inhabergeführte Apotheke vor Ort als »unbedingt schützenswerter Baustein und Garant für ein funktionierendes Gesundheitssystem auch in schweren Zeiten erwiesen haben«, so lautet die Prognose der Kammerpräsidentin.

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