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Saarland

Apotheken sterben, Perspektiven fehlen 

Insgesamt zehn Apotheken haben im Jahr 2019 im Saarland ihre Türen geschlossen. Das ist der bisher stärkste Rückgang der Apothekenzahl innerhalb eines Kalenderjahrs, wie die Apothekerkammer des Saarlands (AKdS) mitteilte. Honoraranpassung könnten dem entgegenwirken.
Elena Geitner
09.01.2020
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Zum Jahresende gibt es nach Angaben der AKdS im Saarland nur noch 286 öffentliche Apotheken. Mit einem Minus von 3 Prozent im Jahr 2019 sei dies der tiefste Stand seit Beginn der 80-er Jahre. Zum Vergleich: 1999 existierten im Saarland demnach noch 364 Apotheken, 2009 waren es 342.

AKdS-Präsident Manfred Saar bedauert das: »Im Saarland verschwinden Jahr für Jahr immer mehr Apotheken und damit für viele Menschen ein Stück Heimat.« In einer immer älter werdenden Gesellschaft sei aber neben der ärztlichen Präsenz in der Fläche auch die Apotheken vor Ort nötig. Um die Offizinen in der Fläche zu erhalten, brauchen laut Saar die Apotheker unter anderem eine bessere ökonomische Perspektive und signifikante Honoraranpassung der Apothekenvergütung. Eine seit 2004 nur um 3 Prozent erhöhte packungsbezogene Vergütung sei nicht ausreichend, um junge Kollegen dafür zu begeistern, Apotheken zu übernehmen beziehungsweise zu eröffnen, beklagt Saar. Er fordert: »Selbständigkeit muss sich in diesem Land wieder lohnen.«

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