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Comirnaty und Vaxzevria

Apotheken stehen vor drei Bestellrunden in einer Woche

In der kommenden Woche müssen sich die Apotheken besonders intensiv mit Covid-19-Impfstoffen befassen. Grund sind die Bestellungen von Vertrags- und Privatarztpraxen, die ausnahmsweise gleich zwei Mal aufschlagen werden. Zur Verfügung werden dabei nur Comirnaty® und Vaxzevria® stehen.
Stephanie Schersch
09.07.2021  13:44 Uhr

Es ist ein wichtiger Schritt für die deutsche Impfkampagne: Ab Ende Juli setzt das Bundesministerium für Gesundheit den bislang geltenden Verteilschlüssel für Covid-19-Vakzine aus. Derzeit entscheidet die Bevölkerungszahl darüber, wie viel Impfstoff ein Bundesland für seine Arztpraxen erhält. Damit sollen die Vakzine möglichst fair in die Fläche gelangen. Doch die Nachfrage nach einer Impfung ist längst nicht mehr in allen Regionen gleich. In Zukunft soll nun allein der Bedarf ausschlaggebend für die Verteilung sein.

Ab Kalenderwoche (KW) 30 (26. bis 30. Juli) soll diese neue Vorgabe greifen. Um möglichst früh zu wissen, welche Region wie viele Impfstoffe braucht, müssen Vertrags- und Privatarztpraxen künftig mit einem Vorlauf von knapp 14 Tagen bestellen. In der kommenden Woche sorgt das neue System nun erst einmal für mehr Arbeit in der Offizin. So geben die Mediziner in KW 28 ausnahmsweise zwei Bestellungen ab – für die Kalenderwochen 29 (19. bis 23. Juli) und 30. Bestellschluss ist in beiden Fällen wie gehabt  am Dienstag (13. Juli) um 12 Uhr. Dabei müssen die Ärzte eindeutig kennzeichnen, welcher Auftrag für welche Kalenderwoche gilt. Die Offizinen wiederum geben die Bestellungen an getrennten Tagen an den Großhandel weiter: So müssen die Aufträge für KW 29 am Dienstag (13. Juli) zwischen 12 und 15 Uhr rausgehen. Für KW 30 ordern die Apotheken ausnahmsweise erst am Donnerstag (15. Juli) . 

Wichtig: Bestellen können die Mediziner Cormirnaty oder Vaxzevria. Vaccine Janssen® gibt es hingegen nicht. Bestellobergrenzen werden seit Kurzem nicht mehr vorgegeben. Dennoch könnte es unter Umständen zu Kürzungen bei Comirnaty für Erstimpfungen kommen, je nachdem, wie viele Dosen für die zweite Injektion geordert werden, schreibt der Deutsche Apothekerverband (DAV) in einem Rundschreiben. Diese Bestellungen haben wie immer Vorrang.

Große Nachfrage nach Comirnaty

Zu einer größeren Nachfrage nach Comirnaty dürfte die Empfehlung der Ständigen Impfkommission zur sogenannten heterologen Impfung führen. Personen mit einer Vaxzevria-Erstimpfung sollen mit dem zweiten Pieks demnach ein mRNA-Vakzin bekommen, unabhängig vom Alter des Impflings. Um Ärzte möglichst frühzeitig über die tatsächlichen Liefermengen zu informieren, wird der Großhandel den Apotheken ab dem 20. Juli jeweils am Dienstag der Vorwoche Bescheid geben. Bislang erfolgt diese Meldung immer erst am Mittwoch. Auf diese Weise erhalten die Ärzte etwas mehr Zeit, um bei eventuellen Kürzungen Impfungen zu verschieben oder umzuorganisieren. Kurzfristige Abweichungen von den jeweils kommunizierten Liefermengen »können allerdings nicht ausgeschlossen werden«, schreibt der DAV.

Die Bestellungen der Betriebsärzte laufen derweil wie gehabt nach dem gewohnten System. Sie bestellen die Impfstoffe weiterhin bis Mittwochmittag und mit einem Vorlauf von zwei Wochen. In Kalenderwoche 30 werden sie dabei ausschließlich das Biontech-Vakzin ordern können. Ebenfalls immer mittwochs geben die Großhändler den Apotheken dann die Liefermenge der Folgewoche für die Betriebsärzte bekannt.

Zuletzt war die Nachfrage nach der Coronavirus-Impfung deutlich gesunken. Vielerorts blieben sogar Impfdosen liegen, weil Patienten Termine abgesagt hatten oder schlichtweg nicht erschienen waren. Im BMG beobachtet man diese Entwicklung mit großer Sorge. Laut DAV bittet das Ministerium »dringend darum, dass nur die Mengen Covid-19-Impfstoffe bestellt werden, die absehbar benötigt werden«. Auf keinen Fall dürften Vakzine in der Vertriebskette lagern, die dann »aus arzneimittel- bzw. haftungsrechtlichen Gründen nicht einer anderen Verwendung zugeführt werden können«.

 

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