Pharmazeutische Zeitung online
Covid-19-Zertifikat

Apotheken können Zertifikate für Auffrischimpfungen ausstellen

Apotheken haben nun die Möglichkeit, digitale Nachweise über durchgeführte Auffrischimpfungen auszustellen. Das DAV-Portal wurde am heutigen Mittwochmorgen aktualisiert. Theoretisch könnte laut DAV-Portal nun sogar eine vierte Dosis zertifiziert werden. Für Auffrischimpfungen gibt es allerdings noch keine offizielle Empfehlung.
Charlotte Kurz
15.09.2021  12:00 Uhr

Seit dem heutigen Mittwoch können Apotheken ein weiteres digitales Covid-19-Impfzertifikat ausstellen: Der Nachweis über eine durchgeführte Auffrischimpfung. Seit 10 Uhr soll die Funktion zur Ausstellung der Boosterimpfungen über das DAV-Portal möglich sein, informierte der DAV. Diese Möglichkeit hatte der DAVvergangene Woche angekündigt.

Das Update des DAV-Portals erfolgte am heutigen Mittwochmorgen automatisch, die Auswahlmöglichkeiten im Feld »Nummer Dosis« werden damit erweitert. Zur korrekten Eingabe der Daten erklärt die ABDA in der überarbeiteten Handlungshilfe zur Erstellung der Covid-19-Zertifikate in Apotheken, dass die Auffrischungsimpfung je nach vorangegangenen Impfungen unterschiedlich angezeigt werde. Bei einer vorherigen zweimaligen Impfung mit Vaxzevria®, Comirnaty® und Spikevax® wird die dritte Dosis als »3/3 Booster« Impfung eingetragen. Bei einer vorherigen Impfung mit dem Covid-19-Impfstoff von Janssen wird die Booster-Impfung mit »2/2 Booster« angegeben. Ähnlich wird dies auch bei einer Impfung nach durchgemachter Covid-19-Infektion gehandhabt. Auch hier wird die zusätzliche Dosis mit »2/2 Booster« eingetragen. Hierfür muss im Portal zusätzlich der Schieberegler »Genesen-Impfung« aktiviert sein.

Allerdings berichteten Apotheker gegenüber der PZ, dass es seit dem heutigen Mittwoch nicht nur die Möglichkeit gibt, ein Zertifikat für eine dritte Impfung auszustellen, sondern dass auch eine vierte Impfung mit der Angabe »4/4 Booster« möglich ist. Auf Nachfrage der PZ erklärte ein DAV-Sprecher, dass das Portal damit bereits die technische Option für eine in der Zukunft mögliche zweite Booster-Impfung geschaffen habe. Für die jetzigen Auffrischimpfungen soll aber die bereits beschriebene »3/3 Booster« Angabe genutzt werden.

Impfdokumentation muss vollständig vorliegen

Zur Abrechnung informierte der DAV, dass die ausgestellten Nachweise für die Auffrischimpfungen in der nächsten Abrechnungshilfe für September separat ausgewiesen werden. In der ABDA-Handlungshilfe erklärt die Bundesvereinigung außerdem, dass ein Auffrischimpfungs-Zertifikat nur ausgestellt werden kann, wenn die vollständige Dokumentation der bereits verabreichten Impfungen (Erst- und Zweitimpfung beziehungsweise Impfung nach Genesung) ebenfalls vorliegen. Zudem betonte die ABDA in der Handlungshilfe nochmals, dass für die Ausstellungen der Zertifikate eine Kontrolle der Identität der Person und der Echtheit der vorgelegten Dokumente erforderlich sei. »Dies ist nach Bewertung des Verordnungsgebers nur im Rahmen einer Präsenzausstellung zu gewährleisten.«

Zur Gültigkeit des Zertifikats nach erfolgter Impfung erklärt die ABDA: »Ein Covid-19-Impfzertifikat ist gültig ab Tag 15 nach letzter für einen vollständigen Impfschutz erforderlichen Impfung. Nach momentanem Stand ist somit die Auffrischimpfung sofort gültig, da der vollständige Impfschutz bereits besteht.«

Auffrischimpfung: Weder Zulassung noch Empfehlung

Zur Erinnerung: Für die Auffrischimpfungen gibt es noch keine offizielle Empfehlung der Ständigen Impfkommission (STIKO) und auch noch keine entsprechende Zulassung. Bei der Europäischen Arzneimittelagentur (EMA) sind für die Impfstoffe von Moderna und Biontech/Pfizer aber Anträge für die Verabreichung einer dritten Dosis mittlerweile eingegangen. Internationale Wissenschaftler hatten zudem zur Zurückhaltung bei der Booster-Impfung aufgerufen. Für einen offiziellen vollständigen Impfschutz werden die Auffrischimpfungen nicht benötigt.

Neu ist in der ABDA-Handlungshilfe zudem der Hinweis, dass die Übertragung der Dokumentation einer erfolgten Covid-19-Impfung in den analogen, gelben Impfpass nun seit einer vor kurzem erfolgten Änderung der Impfverordnung mit 2 Euro je Eintrag vergütet wird. Und: Apotheken dürfen auch digitale Covid-19-Genesenenzertifikate bei der Vorlage von positiven Testergebnissen (PCR-Test, NAT), die in Nicht-EU-Staaten ausgestellt worden sind erzeugen, stellt die ABDA zudem klar.

Mehr von Avoxa