Impfungen gehören auch in die Apotheke |
Impfungen gelten als eine der größten Errungenschaften der Medizin. Oft können sie nicht nur Krankheiten vermeiden, sondern sogar Leben retten. Dennoch wird das große Potenzial von Impfungen in Deutschland nicht ausgeschöpft. Eine Ausweitung des Impfangebotes in Apotheken könnte wirksam dazu beitragen, die Impfbereitschaft und Impfquoten zu verbessern sowie die Rolle der Vor-Ort-Apotheken als zentrale Anlaufstelle in der Gesundheitsversorgung zu stärken.
Impfungen lassen sich aus der modernen Medizin nicht mehr wegdenken. Sie bewahren heute vor Krankheiten, die noch in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts Millionen von Menschenleben forderten.1 Dennoch werden die empfohlenen Impfungen für Erwachsene häufig nicht in Anspruch genommen:² Allein bei Influenza, Pneumokokken und Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME) betrifft die bestehende Impflücke rund 53 Mio. Menschen in Deutschland.³
Dabei ist bei den meisten Menschen eine grundlegende Impfbereitschaft vorhanden. Die Impflücken resultieren oft aus anderen Gründen: Es fehlt z. B. das Bewusstsein, dass die Ständige Impfkommission (STIKO) eine Impfung empfiehlt oder der logistische Aufwand für eine Impfung in der ärztlichen Praxis wird als zu hoch empfunden.3,4 Ein ergänzendes Impfangebot in Apotheken bietet hierfür eine niedrigschwellige Lösung.
Denn Apotheken sind oft wohnortnah und gut erreichbar. Sie stehen täglich rund 3 Mio. Menschen mit fachkundiger Beratung und pharmazeutischer Versorgung zur Seite. 64 % aller Menschen in Deutschland besuchen ihre Apotheke vor Ort mindestens einmal im Monat.5 Dabei ist meist keine Terminvereinbarung nötig und Wartezeiten entfallen. Dank langer Öffnungszeiten lassen sich Apothekenbesuche flexibel in den Alltag integrieren.6
Hinzu kommt: Viele Menschen haben keinen Hausarzt mehr – gerade in ländlichen Gebieten wird die Zahl der Praxen in den kommenden Jahren deutlich sinken. Immer häufiger bleibt dort die Apotheke der einzige Ansprechpartner für Gesundheitsfragen und trägt damit erheblich zum Erhalt der lokalen Gesundheitsinfrastruktur bei.6
Abb. 1: Drei von vier Versicherten können sich vorstellen, eine Impfung in der Apotheke wahrzunehmen (mod. nach 8).
Dass Impfangebote in Apotheken von der Bevölkerung gut angenommen werden, zeigt eine Auswertung aller bisherigen Modellprojekte bei Influenza in Deutschland (insgesamt 11.571 Befragte): Ein Großteil der Geimpften war mit den bereitgestellten Informationen (89 %) und dem Ablauf der Impfungen (94 %) sehr zufrieden. Die Mehrheit (94 %) würde die Impfung wiederholen und andere Impfungen in Apotheken in Anspruch nehmen (80 %). 44 % der Befragten gaben an, sie hätten sich nicht außerhalb einer Apotheke impfen lassen.
Die Ergebnisse belegen zudem die Sicherheit von Impfungen in Apotheken: Lediglich neun Personen (0,08 %) berichteten über Nebenwirkungen im Nachgang, wobei in keinem Fall Notfallmaßnahmen erforderlich waren.6,7
Abb. 2: Anteil an Befragten, die sich in einer Apotheke impfen lassen würden (mod. nach 9).
Ein Blick auf andere europäische Länder zeigt: Durch zusätzliche Impfangebote konnten die Grippe-Impfquoten dort teils um mehr als 10 % gesteigert werden. Expert:innen schätzen, dass auch hierzulande durch Impfungen in Apotheken rund 7,5 Mio. Menschen zusätzlich gegen Influenza, FSME und Pneumokokken immunisiert werden könnten.3 Mit positiven Effekten für den Einzelnen und die Gesellschaft: Die individuelle Gesundheit kann gefördert, das Gesundheitssystem entlastet und die Wirtschaft durch weniger Arbeitsausfälle gestärkt werden.
Laut einer Modellanalyse könnten Apotheken allein bei den Pneumokokken jährlich rund 1,7 Mio. zusätzliche Impfungen durchführen. Das würde nicht nur etwa 20.000 Krankheitsfälle verhindern, sondern auch über 75.000 Fehltage am Arbeitsplatz einsparen.10 Bei epidemischen Infektionskrankheiten wie Grippe, COVID-19, aber auch FSME könnten die Effekte noch größer ausfallen.
»Impfangebote in Apotheken sind evidenzbasiert sinnvoll und sicher. Mit passenden Rahmenbedingungen können sie Impfquoten steigern, das System entlasten und Apotheken stärken.«
Die Stärkung der wohnortnahen Gesundheitsversorgung durch ein erweitertes Impfangebot in Apotheken über die derzeit bestehenden Möglichkeiten bei Influenza und COVID-19 (§ 20c Infektionsschutzgesetz) hinaus wäre somit ein bedeutender Fortschritt. Denn Apotheken erfüllen weit mehr als nur die Rolle der Medikamentenausgabe – sie sind zentrale Bestandteile des Gesundheitssystems, die in der Bevölkerung hohes Vertrauen genießen: So ist die Apotheke für 96 % der Menschen wichtig und etwa zwei Drittel wünschen sich ein breiteres Leistungsspektrum.9
Ein Ausbau des Impfangebotes kann somit ein wichtiger Baustein für das Zukunftskonzept von Apotheken sein, indem es ihren heilberuflichen Beitrag für viele Menschen greifbar und nachvollziehbar macht. Das Impfangebot könnte zudem dazu beitragen, die Attraktivität des Apothekerberufs zu steigern. So lässt sich heilberufliches Wissen noch mehr in die unmittelbare Patientenversorgung einbringen. Das fördert die berufliche Zufriedenheit und erhöht angesichts zunehmender Herausforderungen bei der Nachwuchsgewinnung die Attraktivität des pharmazeutischen Berufsbildes.6
Damit Apotheken flächendeckend impfen können, muss der gesetzliche Rahmen in Form einer Änderung des Infektionsschutzgesetzes geschaffen werden, die Apotheken nach entsprechender Schulung eine Verabreichung aller Totimpfstoffe erlaubt. Darüber hinaus müssen betriebswirtschaftliche Anreize und organisatorische Rahmenbedingungen geschaffen werden. Dazu gehören z. B. eine adäquate Honorierung und ein geringer administrativer Aufwand für die Apotheken.
Um das Potenzial der Impfungen in der Versorgung zu realisieren, gilt es zudem, die öffentliche Aufmerksamkeit für Impfangebote in Apotheken zu steigern – in diesem Zusammenhang sollten Apotheken die Möglichkeiten erhalten, Menschen mit Impflücken zu identifizieren (z. B. ein Impfpass-Check als pharmazeutische Leistung).6
Die Digitalisierung bietet zudem die Chance, telemedizinische Angebote in Apotheken zu verankern. In Zusammenarbeit mit ärztlichen Praxen könnten Patienten darüber z. B. frühzeitig diagnostiziert und leitliniengerecht behandelt werden oder Folgerezepte erhalten und direkt in der Apotheke einlösen.11 Das Potenzial eines ausgeweiteten Angebots in Apotheken ist also groß und bietet viele Chancen.
Dieses Advertorial ist eine Veröffentlichung der Pfizer Pharma GmbH.
Quellen
1. Bundesministerium für Gesundheit (2025). https://www.bundesgesundheitsministerium.de/fileadmin/Dateien/5_Publikationen/Gesundheit/Broschueren/BMG_Ratgeber_Impfen_bf.pdf Letzter Zugriff: 04.11.2025.
2. Robert Koch-Institut (2025). https://www.rki.de/DE/Themen/Infektionskrankheiten/Impfen/Impfquoten/KV-Impfsurveillance/Impfquoten_2024_Begleitfolien.pdf Letzter Zugriff: 04.11.2025.
3. Bauer C, May U (2024). Mehr Impfangebote in Apotheken: Stärkung der individuellen Gesundheit und Mehrwert für die Gesellschaft. https://www.lobbyregister.bundestag.de/informationen-und-hilfe/hinweise-zum-urheberrecht?documentUrl=/media/89/ef/314181/Stellungnahme-Gutachten-SG2406210082.pdf Letzter Zugriff: 04.11.2025.
4. Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (2022). https://www.bzga.de/fileadmin/user_upload/PDF/studien/BZgA_Forschungsbericht_Infektionsschutz_2021.pdf Letzter Zugriff: 04.11.2025.
5. Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände (2025). https://www.abda.de/fileadmin/user_upload/assets/ZDF/Jahrbuch-ZDF-2025/ZDF_2025_ABDA_Statistisches_Jahrbuch.pdf Letzter Zugriff: 04.11.2025.
6. Bauer C, May U (2025). Ausweitung von Apothekenimpfungen: Stärkung der individuellen Gesundheit und Mehrwert für die Gesellschaft. https://www.bvdak.de/wp-content/uploads/2025/08/Konsensuspapier_Ausweitung-von-Apothekenimpfungen.pdf Letzter Zugriff: 04.11.2025.
7. Werthner Q, Faehrmann L, Och K et al. (2025). Vaccine 45:126650.
8. Verband der Ersatzkassen e. V. (2025). https://www.vdek.com/content/dam/vdeksite/vdek/presse/pm/2022/20220120_Forsa-Umfrage.pdf. Letzter Zugriff: 04.11.2025.
9. Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände (2025). www.abda.de/fileadmin/user_upload/assets/Pressetermine/2025/Pk_20250409_forsa-Umfrage/ABDA_Online-PK_20250409_Folienpraesentation.pdf Letzter Zugriff: 04.11.2025.
10. Borsch J (2023). Deutsche Apotheker Zeitung. https://www.deutsche-apotheker-zeitung.de/news/artikel/2023/04/21/warum-nur-adaequat-verguetete-pdl-nutzen Letzter Zugriff: 04.11.2025.
11. Müller A (2025). Pharmazeutische Zeitung. Verfügbar unter: https://www.pharmazeutische-zeitung.de/telemedizin-projekt-in-der-apotheke-154176/ Letzter Zugriff: 04.11.2025.