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Bundesapothekerkammer

Alle Infos zur BAK-Vorstandswahl

Alle vier Jahre gibt es Vorstandswahlen in den drei Spitzenorganisationen der Apotheker in Deutschland. Dann werden die Karten neu gemischt. Bei der Bundesapothekerkammer ist es am morgigen Donnerstag soweit und einige Neuerungen sind zu erwarten. Wer wählt da eigentlich wen? Und welchen Regeln folgt der Wahlgang? Ein Überblick.
Cornelia Dölger
25.11.2020  18:00 Uhr

Die Bundesapothekerkammer (BAK) macht am morgigen Donnerstag den Auftakt des Wahlreigens. Nächste und übernächste Woche folgen zunächst der Deutsche Apothekerband (DAV) und dann die ABDA. Zur Wahl stehen morgen die Kandidaten für den Geschäftsführenden Vorstand der BAK. Das fünfköpfige Gremium gehört wie der Vorstand und die Mitgliederversammlung zu den Organen der BAK und wird laut BAK-Satzung von der Mitgliederversammlung für vier Jahre gewählt. Der Geschäftsführende Vorstand ist das höchste Gremium der BAK.

An der Spitze des Geschäftsführenden Vorstandes stehen der Präsident und seine Stellvertretung. Hinzu kommen drei Beisitzer. Neu zu besetzen sind die Positionen des BAK-Präsidenten sowie des Vizepräsidenten, auch bei den Beisitzern wird es Neuerungen geben. Die Position des BAK-Präsidenten muss neu vergeben werden, nachdem Andreas Kiefer in diesem September nach schwerer Krankheit verstorben war. Kiefer stand seit 2013 an der Spitze des Gremiums. Thomas Benkert, langjähriger Kammerpräsident in Bayern sowie seit 2013 BAK-Vize, hat sich für Kiefers Nachfolge beworben. Es gibt keinen Gegenkandidaten.

Kampfabstimmung um den Vize-Posten

Anders sieht es bei der Stellvertretung aus. Für diesen Posten haben Kerstin Kemmritz und Ursula Funke ihren Hut in den Ring geworfen. Kemmritz ist Präsidentin der Kammer Berlin und leitet eine Apotheke in Berlin-Weißensee.  Funke steht der Kammer Hessen vor und ist Apothekeninhaberin in Wiesbaden. Um Benkers Stellvertretung wird es demnach eine Kampfabstimmung geben.

Spannend wird es auch bei der Besetzung der drei Beisitzerposten, denn auch hier gibt es mehr Kandidaten als Plätze. Vier Apotheker bewerben sich darum, drei von ihnen arbeiten als angestellte Apotheker. Das spielt für den vorgeschriebenen Proporz im Geschäftsführenden Vorstand eine Rolle, denn laut Satzung müssen mindestens zwei der insgesamt fünf Posten von angestellten Apothekern besetzt sein. Zurzeit sind dies die Beisitzer Hannes Müller (Westfalen-Lippe) ) und Georg Engel (Mecklenburg-Vorpommern). Müller leitet eine Apothekenfiliale in Haltern am See, Engel ist Chef der Universitätsapotheke Greifswald und steht der Kammer Mecklenburg-Vorpommern vor. Beide wollen erneut antreten.

Zwei zusätzliche Kandidaten

Beworben haben sich außerdem der angestellte Industrieapotheker Armin Hoffmann, Präsident der Kammer Nordrhein, sowie Kai-Peter Siemsen, selbstständiger Apotheker und Kammerpräsident aus Hamburg. In der nun endenden Wahlperiode vertraten Andreas Kiefer sowie Thomas Benkert und Ursula Funke die Positionen der selbstständigen Apotheker. Ob nach der BAK-Vize-Wahl die unterlegene Kandidatin einen Beisitzerposten anstrebt, ist noch unklar. Falls ja, gäbe es sogar fünf Bewerber auf die drei Positionen. Für alle Posten im Geschäftsführenden Vorstand gilt, dass nur Mitglieder der Vorstände der Mitgliedskammern wählbar sind.

Nicht nur die Personalstruktur, auch der Wahlvorgang unterliegt festen Regeln – und neuerdings auch die Kandidatenkür. Mit der Satzung vom 29. November 2017 gibt es für die Vorstandswahlen in der BAK erstmals einen so genannten Wahlaufsatz, also eine Liste, auf der Kandidaten bis zu einem bestimmten Zeitpunkt vor der Mitgliederversammlung ihr Interesse anmelden müssen. Genauer: Bis spätestens sechs Wochen vor dem Termin müssen die Mitgliedskammern ihre Kandidaten benennen und ihre Vorschläge direkt an den ABDA-Hauptgeschäftsführer richten. Aus diesen Vorschlägen wird der Wahlaufsatz erstellt. Noch beim letzten Wahlgang vor vier Jahren konnten sich Kandidaten kurzfristig in der Mitgliederversammlung melden. Darin unterschied sich die BAK von den beiden anderen Spitzenorganisationen DAV und ABDA.

Mitgliederversammlung als oberstes Organ der BAK

Der Mitgliederversammlung als dem obersten Organ der Bundesapothekerkammer obliegt die Wahl des Geschäftsführenden Vorstands. Das Gremium tritt mindestens ein Mal im Jahr zusammen und besteht aus je maximal vier Vertretern aller Landesapothekerkammern, von denen ein nicht-selbstständiger Apotheker dabei sein soll. Die Mitgliederversammlung ist beschlussfähig, wenn – wie auch beim Deutschen Apothekerverband DAV und der ABDA – drei Fünftel aller Stimmen vertreten sind.

Je nach Mitgliederzahl bekommen die Landesapothekerkammern unterschiedliches Stimmengewicht. Die Stimmen in der Mitgliederversammlung sind wie folgt verteilt: Auf jede Kammer entfallen zehn Grundstimmen, zusätzlich kommt auf je 350 Mitglieder jeder Kammer eine weitere Stimme. Angebrochene 350 werden als volle 350 gezählt, wenn die Zahl 175 überschritten ist. In diesem Fall bekommt die Kammer also eine weitere Stimme. Stichtag für die Stimmenberechnung ist der 1. Januar des Wahljahres. Die Personenwahlen sind geheim. Gewählt ist, wer die einfache Mehrheit der Stimmen bekommt, Stimmenthaltungen werden als nicht abgegebene Stimmen gezählt. Am kommenden Mittwoch setzt der DAV den Wahlreigen fort, eine Woche später folgt die ABDA.

Die Pharmazeutische Zeitung wird am morgigen Donnerstag über den Ausgang der Wahl berichten.

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