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Covid-19-Impfstoffe

Ärzte können 5 Vials Comirnaty bestellen

Für die kommende Covid-19-Impfstoffbestellung gilt eine Obergrenze von 5 Vials Comirnaty (Biontech/Pfizer). Nicht alle Bestellungen können aber bedient werden, informiert die Kassenärztliche Bundesvereinigung. Für Moderna und Janssen gibt es keine Obergrenze. Nach einem Blick in die Lieferprognosen wird zudem klar, in den nächsten Wochen erfolgen deutlich mehr Moderna-Lieferungen. Wöchentlich gibt es nur noch 2,9 Millionen Dosen Biontech-Impfstoff.
Charlotte Kurz
26.11.2021  10:52 Uhr

Politik und Medizin haben in den vergangenen Wochen eindringlich für die Booster-Impfungen geworben, offenbar mit Erfolg, denn die Zahl der durchgeführten Impfungen und damit auch die Bestellungen der Impfstoffe steigen von Woche zu Woche stark an. Und: Die Zahl der bestellenden Ärzte ist derzeit auf eine Rekordzahl von 100.000 gestiegen, informiert nun die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) in den Praxisnachrichten.

Für die nächste Bestellung können Arztpraxen nur eine begrenzte Menge von Comirnaty® bis zum 30. November um 12 Uhr bei den Apotheken bestellen. Der Bund wird insgesamt hierfür 2,9 Millionen Dosen für alle impfenden Stellen, also Arztpraxen, mobile Impfteams und Impfzentren bereitstellen, informiert die KBV. Damit wird die Höchstbestellmenge von Comirnaty auf 30 Dosen (5 Vials) pro bestellendem Arzt festgesetzt. Allerdings müssten sich die Ärzte darauf einstellen, dass sie weniger als die 30 Dosen erhalten (zwischen 18 und 24), je nachdem wie viele Ärzte bestellen. Für Impfzentren und mobile Impfteams liegt die Höchstbestellmenge bei170 Vials Comirnaty (1020 Dosen), informierte zudem der Deutsche Apothekerverband (DAV) am Freitag mittels einem Rundschreiben an die Mitgliedsorganisationen

Im Gegenteil dazu wird Spikevax® (Moderna) aber unbegrenzt bestellbar sein. Allerdings könne das Bundesgesundheitsministerium (BMG) keine Garantie geben, dass dieser auch vollumfänglich ausgeliefert wird. Auch beim Janssen-Impfstoff wird es keine Höchstbestellmenge geben. Der DAV weist zudem daraufhin, dass Apotheken die Impfstoff-Bestellung je bestellendem Arzt in einem separaten Auftrag ohne andere Großhandels-Bestellungen übermitteln sollen.

Bestellungen werden gekürzt

Für die kommende Woche (Kalenderwoche 48) haben die Arztpraxen rund 8,57 Millionen Impfstoffdosen bestellt, davon 4,65 Millionen Dosen Comirnaty von Biontech/Pfizer. Auch hier war die Bestellung bereits mit Obergrenzen von acht Vials pro Arzt gedeckelt.

Allerdings kann die Hälfte der Bestellungen durch den Bund nicht bedient werden, so dass viele Praxen weniger Impfstoff erhalten, als sie bestellt haben, informierte die KBV weiter. Laut DAV wurden die ärztlichen Bestellungen auf drei oder vier Vials (18 bis 24 Impfdosen) gekürzt. Es fehlten rund zwei Millionen Dosen Comirnaty. Die Moderna-Bestellungen von fast vier Millionen Booster-Dosen können allerdings laut Zusicherung des Bundesgesundheitsministeriums komplett bedient und ausgeliefert werden, so die KBV. Es komme dabei aber auch hier regional zu Kürzungen, so die KBV. Der geschäftsführende Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) kündigte am Freitag in der Bundespressekonferenz sogar an, dass kommende Woche 6,4 Millionen Moderna-Dosen ausgeliefert werden sollen. Das BMG kündigte am Freitag an, dass kommende Woche insgesamt knapp 11 Millionen Impfdosen ausgeliefert werden sollen. Und laut Spahn stehe der Großhandel der die Apotheken beliefert, vor logistischen Herausforderungen. Spahn könne demnach keine Garantie geben, ob es dabei nicht lokal zu Engpässen kommen könne.

Wer zudem bei knappen Impfstoffen priorisiert bedient wird, kann der Großhandel entscheiden, sagte Noweda gegenüber der PZ. »Da das BMG keine konkreten Vorgaben getroffen hat, obliegt liegt die Priorisierung bei den erforderlichen Kontingentierungen dem jeweiligen Großhandel. Die Noweda versucht hier bestmöglich im Sinne der Mitglieder und Kunden zu entscheiden.«

Sanacorp nehme bei der Verteilung der Impfstoffe keine Priorisierung vor. »Alle maximal zulässigen Höchstmengen werden gleichermaßen mit der verfügbaren Menge bedient beziehungsweise in jeweils vergleichbaren Größenordnungen prozentual reduziert«, sagte ein Sprecher der PZ.

In den kommenden Wochen: Deutlich mehr Moderna-Lieferungen

Zudem werde Comirnaty derzeit aus den Beständen des Bundes angeliefert und komme nicht direkt vom Hersteller, erklärte eine Noweda-Sprecherin weiter. Damit ist die auf 2,9 Millionen Dosen begrenzte Bestellmenge auch damit zu erklären, dass die Comirnaty-Bestände des Bundes schnell schmelzen, wenn nicht sogar bis Ende November ganz erschöpft sein werden. Eine Lieferprognose des BMG vom Stand 18. November 2021 beschreibt, dass im November rund 8,76 Millionen Impfdosen Comirnaty nicht nach Deutschland geliefert wurden, sondern über die COVAX-Initiative an Drittstaaten gespendet wurden. Erste Comirnaty-Lieferungen sollen laut BMG-Plan erst wieder in Kalenderwoche 48, also ab dem 29. November mit rund 2,9 Millionen Dosen erfolgen. Diese Impfdosen sollen in der darauffolgenden Woche dann laut KBV-Informationen auch komplett ausgeliefert und verimpft werden. Danach gibt es pro Woche jeweils Lieferungen von etwa 2,9 Millionen Impfdosen bis zu Kalenderwoche 51 (beginnend am 20. Dezember). Dort ist laut Plan lediglich die Lieferung von etwa 2,4 Millionen Kinder-Impfstoffdosen vorgesehen. In den letzten beiden Wochen des Jahres wird laut BMG-Lieferprognose kein Biontech-Impfstoff für Erwachsene und Kinder ab 12 Jahren mehr nach Deutschland geliefert.

Die gute Nachricht allerdings: Die Moderna-Lieferungen bleiben weiter fortbestehen und werden nochmal deutlich aufgestockt. So bekommt Deutschland derzeit wöchentlich knapp 2,9 Millionen Moderna-Impfdosen, ab dem 6. Dezember wird die Liefermenge wöchentlich bis Ende des Jahres auf rund 7,2 Millionen Dosen aufgestockt. Insgesamt sollen im vierten Quartal 2021 25,8 Millionen Comirnaty-Dosen und 47,2 Millionen Spikevax-Dosen nach Deutschland geliefert werden. Damit wird die Impfkampagne bis Ende dieses Jahres mehrheitlich mit Moderna fortgeführt. Der rasche Wechsel hin zu Spikevax hat zwar für Verunsicherung gesorgt, allerdings ist dieser Impfstoff etwa gegen die Delta-Variante sogar etwas wirksamer als Comirnaty.

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