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Coronavirus-Pandemie

Adexa pocht erneut auf Rx-Versandverbot

Die Apothekengewerkschaft Adexa lässt nicht locker: Angesichts der Coronavirus-Krise fordert sie erneut ein Rx-Versandverbot von der Politik, um das Versorgungsnetz hierzulande zu stabilisieren.
Jennifer Evans
24.04.2020  15:42 Uhr

Die Wettbewerbsverzerrung zwischen Offizinen und Versendern ist der Gewerkschaft ein Dorn im Auge. Gerade während der Pandemie zeigt sich laut Adexa die Stärke der Präsenzapotheken. Zur Kompetenz, Flexibilität und Empathie der Apotheke vor Ort biete der Versandhandel aus der Schweiz oder den Niederlanden keine Alternative. »Umso mehr sorgen sich die Apothekenteams, dass die unfairen Wettbewerbsbedingungen zwischen heimischen Apotheken und ausländischen Versendern noch immer nicht gesetzlich beendet wurden. Das Versorgungsnetz wird dadurch weiter geschwächt«, heißt es.

Die Eilverordnung des Bundesministeriums für Gesundheit (BMG), die eine Vergütung des Botendienstes enthält, begrüßt die Gewerkschaft zwar. In ihren Augen entspannt dieser Schritt die Situation aber lediglich für die Dauer der Pandemie. Das Ungleichgewicht im Rx-Markt sollte jedoch ganz abgeschafft werden – »und zwar zeitnah«. Aus Sicht der Adexa gelingt das am besten über das im Koalitionsvertrag vereinbarte Rx-Versandverbot.

Nach einem Urteil des Europäischen Gerichtshofs (EuGH) aus dem Jahr 2016 dürfen Versender mit Sitz im EU-Ausland deutschen Kunden Rabatte auf verschreibungspflichtige Medikamente gewähren, während für deutsche Apotheken weiter die Preisbindung gilt.

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