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Positionspapier der Apotheker

ABDA will einheitliche E-Rezept-Lösung

Die Apothekerschaft macht sich weiterhin für ihre bundeseinheitliche Lösung zum Handling des E-Rezepts stark: die Web-App des Deutschen Apothekerverbands (DAV). Sie fordert ein striktes Makelverbot für Dritte und eine sichere, kostenfreie und einfach zu handhabende, manipulationsfreie Anwendung.
Ev Tebroke
11.02.2020
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Die ABDA setzt nach wie vor auf eine bundeseinheitliche Lösung zur Übertragung und Einlösung des E-Rezepts und wirbt für die DAV-Web-App. In einem Positionspapier appelliert sie nun an die Politik, klare Vorgaben für das Handling der elektronischen Verordnung zu schaffen. Diese fehlten bislang. Die Bundesvereinigung warnt explizit davor, wettbewerbliche Marktlösungen in Form diverser Apps zur Weiterleitung des E-Rezepts in die Apotheke der Wahl zuzulassen. Diese sind  derzeit vom Gesetzgeber noch angedacht,

»Ein Wettbewerb unterschiedlicher Applikationen sollte erst einsetzen können, wenn der Patient sein E-Rezept eingelöst hat und weitergehende Mehrwertlösungen sucht, die ihn unterstützen«, so die Forderung der ABDA. Ansonsten käme es »zu einer Flut konkurrierender Angebote an anwendungs- und sicherheitstechnischen Varianten«. Diese würden häufig zentrale Anforderungen nicht erfüllen, befürchtet die ABDA. Schon heute zeigten sich Partikularinteressen einzelner Player mit entsprechenden Steuerungsversuchen. Ein zersplitterter Markt wäre für den Patienten nicht überschaubar und würde sich negativ auf das Vertrauen der Patienten und ihren Anspruch auf eine sichere, bedienerfreundliche Lösung auswirken.

Derzeit sieht der Entwurf des sogenannten Patientendaten-Schutzgesetzes (PDSG) vor, dass die halbstaatliche Gematik die zentrale App für das E-Rezept bereitstellt, über die der Patient seine elektronische Verordnung erhält. Im Anschluss soll der Versicherte selbst entscheiden, welche App-Anbieter er nutzen möchte, um sein Rezept an eine Apotheke seiner Wahl weiterzuleiten. Das Makelverbot für elektronische Rezepte, das ursprünglich über das derzeit im Kabinett feststeckende Apotheken-Stärkungsgesetz (VOASG) geregelt werden sollte, wurde nun im PDSG auch auf ausländische Apotheken ausgeweitet. Der ABDA sind die Vorgaben für das E-Rezept-Handling aber noch zu vage.

Staatliche Infrastruktur für den Patienten

Das Handling müsse für den Patienten so gestaltet werden, dass er dem System vertraut, es versteht und einfach anwenden kann. Darin sieht die ABDA die eigentliche Herausforderung für eine erfolgreiche Einführung der elektronischen Verordnung. Dies könne die DAV-Web-App sicherstellen. Die Gewährleistung eines diskriminierungs- und beeinflussungsfreien Zugriffs des Patienten auf sein E-Rezept ist aus Sicht der Apothekerschaft nur als hoheitliche Aufgabe umsetzbar. Die dafür erforderliche Infrastruktur müsse der Staat selbst »oder im Wege der Beleihung eines vertrauenswürdigen Dritten ohne Partikularinteressen zur Verfügung stellen«, so die Forderung. Eine Verbändelösung könne laut ABDA eine solche diskriminierungsfreie Infrastruktur für den Patienten garantieren. Denn sowohl Apotheker- als auch Ärzteschaft genössen aufgrund der mit ihrer Berufsausübung verbundenen Verschwiegenheitspflicht großes Vertrauen. Und ihre Berufsorganisationen repräsentierten zugleich unterschiedslos jeweils alle an der Versorgung beteiligten Heilberufler.

Grundsätzlich sollten die in der analogen Nutzung des Rezepts geltenden Regeln auch im digitalen Prozess erhalten bleiben, so die ABDA. Der Patient solle seine E-Rezepte ohne Beteiligung Dritter einsehen können, sie verwalten, transportieren und gegebenenfalls selbst vernichten können. Auch müsse er in einer Apotheke seiner Wahl eine unverbindliche, anonyme Verfügbarkeitsanfrage stellen können. Zudem dürften dem Versicherten im Vergleich zur analogen Vergangenheit bei der Einlösung keine Nachteile entstehen. Eine Nutzung des E-Rezepts müsse daher auch ohne Smartphone möglich sein, betont die Bundesvereinigung. Zuletzt hatte Gematik-Chef Markus Leyck Dieken den Apothekern zugesichert, für die Übermittlung des E-Rezepts in die Apotheke eine gute Lösung zu finden.

 

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