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Tarifabschluss Nordrhein

3 Prozent mehr Gehalt

Rückwirkend zum 1. Januar 2020 gilt der neue Tarifvertrag, auf den sich die Tarifgemeinschaft der Apothekenleiter (TGL) Nordrhein und die Apothekengewerkschaft Adexa geeinigt haben. Erstmals wird es auch eine Zulage für Filialleiter geben, wie die Gewerkschaft heute mitteilte.
Jennifer Evans
17.01.2020
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Nach Angaben von Adexa sieht der neue Tarifvertrag, der bis Ende 2021 läuft, ein Plus von 3 Prozent für alle Berufsgruppen und Berufsjahresgruppen vor. Auch die Vergütung für die Ausbildung steigt demnach um 3 Prozent. Approbierte in Nordrhein steigen also jetzt mit einem Gehalt von 3511 Euro brutto ein, ab dem zehnten Berufsjahr gibt es dann 4202 Euro. Filialleiter erhalten in den ersten beiden Berufsjahren 4038 Euro, ab dem zehnten Berufsjahr dann 4832 Euro. PTA verdienen ab sofort 2100 Euro und landen nach zehn Berufsjahren bei 2699 Euro. Bei den PKA gibt es anfangs 1808 Euro. Das tarifliche Maximum liegt für sie bei 2215 Euro. Die Vergütung für Pharmazeuten im Praktikum beträgt ab Januar 929 Euro im Monat, der PTA-Nachwuchs erhält im Praktikum 708 Euro. Für PKA-Azubis gibt es im ersten Ausbildungsjahr 708 Euro, im zweiten Jahr 760 Euro und im dritten Jahr sind es 813 Euro.

»Ein Novum ist ein tariflicher Zuschlag für Filialleiter. 16 Jahre nach Einführung der Filialisierungsmöglichkeit ist dies ein überfälliger Schritt«, so Heidrun Hoch, Vorsitzende der TGL Nordrhein. Der Zuschlag sei gerechtfertigt, weil die Filialleiter mit Blick auf Haftungsfragen mehr Verantwortung hätten als approbierte Mitarbeiter. TGL und Adexa haben die Hoffnung, dass sich nun in Zukunft mehr Approbierte für eine Position als Filialleiter interessieren.

Tanja Kratt, Leitung der Adexa-Tarifkommission, betont zudem: »Mit 15 Prozent über dem Tarifgehalt der Approbierten haben wir für die Filialleitung einen Mindeststandard gesetzt, der aber auf jeden Fall noch ausbaufähig ist.« Je nach Umfang der Verantwortungsbereiche könnten aber nicht alle Filialleitungspositionen über einen Kamm geschoren werden. Angesichts des derzeitigen Fachkräftemangels sieht sie zusätzlichen Verhandlungsspielraum.

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