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Tofacitinib: Jetzt auch für Colitis-Patienten

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Seit wenigen Tagen steht der Januskinase-Inhibitor Tofacitinib (Xeljanz® von Pfizer) auch für Patienten mit mittelschwerer bis schwerer aktiver Colitis ulcerosa (CU) zur Verfügung. Der peroral bioverfügbare JAK-Inhibitor wirkt sehr rasch. «Innerhalb von drei Tagen kann man das Ansprechen bei CU-Patienten beurteilen», berichtete Professor Dr. Britta Siegmund von der Charité Universitätsmedizin, Berlin, beim Kongress für Viszeralmedizin in München. Man beginne die Therapie mit zweimal 10 mg Tofacitinib über acht Wochen und könne die Dosis bei Erreichen der Remission halbieren.

Zur Erinnerung: Tofacitinib ist ebenso wie der JAK-Hemmstoff Baricitinib seit rund einem Jahr bei der mittelschweren bis schweren rheumatoiden Arthritis im Einsatz. Die empfohlene Dosis für diese Indikation beträgt zweimal 5 mg Tofacitinib pro Tag. Die Wirkung beruht auf der Hemmung des JAK-STAT-Signalwegs, über den mehrere proinflammatorische Zytokine ihre Signale übermitteln. Blockiert man die Januskinasen, wird die proinflammatorische Reaktion verhindert.

Dass das Prinzip auch bei Patienten mit Colitis ulcerosa greift, zeigten zwei Induktionsstudien OCTAVE-1 und -2 sowie eine Studie zur Erhaltungstherapie. Aufgenommen wurden Patienten, bei denen mindestens eine andere Therapie versagt hatte. In den beiden achtwöchigen Studien,  die eine Remission erzielen sollten, erhielten sie zweimal täglich 10 mg Tofacitinib. Damit erreichten 18,5 beziehungsweise 16,6 Prozent eine Remission, aber nur 8,2 und 3,6 Prozent unter Placebo.

 

In der Erhaltungstherapie waren nach 52 Wochen rund 34 Prozent der Patienten unter zweimal 5 mg und rund 40 Prozent unter zweimal 10 mg in Remission (11 Prozent unter Placebo). Die Gastroenterologin wies auf das etwas häufigere Auftreten von Herpes-zoster-Infektionen unter der JAK-Inhibitor-Therapie hin und empfahl, die Patienten vorab zu impfen. (bmg)

 

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Wirkstoffprofil Tofacitinib|Xeljanz®|51|2017 in unserer Datenbank Neue Arzneistoffe

 

14.09.2018 l PZ

Foto: Fotolia/Sebastian Kaulitzki