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Mykologie: Heißer Sommer, wenig Pilze

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Für Pilzsammler war der vergangene Sommer alles andere als ideal: wo im Wald und auf Wiesen um diese Zeit normalerweise Pilze wachsen, herrscht heuer mykologisch gesehen größtenteils Flaute. Schuld daran ist die Trockenheit in diesem Sommer. «Im Augenblick ist noch relativ wenig zu holen», sagt Marco Thines, Präsident der Deutschen Gesellschaft für Mykologie in Frankfurt am Main. Diese kann auf das geballte Wissen von Wissenschaftlern, Hobbyforschern, Züchtern und Naturschützern zurückgreifen. «Lokal sind die Unterschiede riesig», sagt Thines. «Aber für Gesamtdeutschland erwarte ich ein eher schlechtes Pilzjahr.» Sollte es in den nächsten Wochen jedoch ordentlich regnen, könne sich das noch ändern.

 

Die Frage, ob sich Pilzsammler angesichts des Klimawandels häufiger auf schlechte Jahre einstellen müssen, können Fachleute nicht definitiv beantworten. «Man stellt fest, dass manche Pilze früher als sonst im Jahr auftreten und dass wärmeliebende Arten häufiger vorkommen», sagt Thines. «Im Moment sind das Trends.» Es fehle aber an Studien, die das statistisch untermauern. Der Grund: Wo welche Pilze wachsen, melden nur einige Dutzend ehrenamtliche Helfer. Deshalb ist die Datenbasis klein.

 

Etwa 9000 Großpilze sind in Deutschland bekannt. 6000 hat das Bundesamt für Naturschutz auf ihre Gefährdung hin untersucht. Ein Viertel davon steht demnach auf der Roten Liste, gilt also als mehr oder weniger stark gefährdet. Ein weiteres Viertel gilt als ungefährdet. Bei den übrigen Arten können Experten keine genaue Einschätzung abgeben, da nicht genug Daten vorliegen.

 

14.09.2018 l dpa/PZ

Foto: Fotolia/Siegfried Schnepf