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Diskussion um Iberogast: Bayer weist Vorwürfe zurück

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Der Iberogast-Hersteller Bayer hat die Kritik der Grünen-Gesundheitsexpertin Kordula Schulz-Asche an der Einstellung des Konzerns zum Patientenwohl zurückgewiesen. Erst gestern hatte der Leverkusener Konzern angekündigt, die Packungsbeilage für sein schöllkrauthaltiges Magenmittel Iberogast® zu ändern und Warnungen vor Gesundheitsrisiken für bestimmte Patientengruppen darin aufzunehmen. Anlass dafür waren laut Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) neue Nebenwirkungsmeldungen von Leberschädigungen, darunter auch über einen Todesfall durch Leberversagen.

 

Dieser gemeldete Fall sei für das Unternehmen derzeit noch nicht abschließend bewertbar, betonte Bayer jetzt. Nach aktuellem Kenntnisstand seien bei der betroffenen Patientin Vorerkrankungen bekannt gewesen, die für den Krankheitsverlauf relevant gewesen sein könnten. «Im Übrigen widersprechen wir dem Vorwurf von Kordula Schulz-Asche, wir hätten eine verheerende Einstellung zum Patientenwohl», so Bayer in einer Stellungnahme. Die Gesundheit und Sicherheit der Verbraucher hätten für das Unternehmen stets die höchste Priorität. Schulz-Asche hatte gestern auf Anfrage der Pharmazeutischen Zeitung erklärt, es müsse dringend geprüft werden, ob der Todesfall hätte verhindert werden können, wenn der Betroffenen die möglichen Nebenwirkungen bekannt gewesen wären. (cd)

 

13.09.2018 l PZ

Foto: Bayer