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Universal-Grippeimpfung: Das Virus am Stiel packen

US-Wissenschaftler haben einen potenziellen Universal-Impfstoff gegen Grippeviren erfolgreich an Tieren getestet. Die Vakzine soll eine Grippeinfektion besser nachahmen als die bisher verfügbaren Impfstoffe und eine sehr starke, schützende Antikörperreaktion auslösen, erklären die Forscher um Professor Dr. Drew Weissmann von der University of Pennsylvania in der Fachzeitschrift «Nature Communications».

 

Die Abwehrreaktion richte sich dabei nicht nur gegen die Kopfregion des Hämagglutinins wie bei herkömmlichen Impfstoffen, sondern auch gegen den hoch konservierten Stiel des Proteins auf der Virusoberfläche. Weil sich diese Region im Gegensatz zum Kopfteil von einem Grippe-Subtyp zum anderen nicht stark unterscheide, sei sie ein bevorzugtes Ziel für die Herstellung eines Universal-Impfstoffs.

 

Anders als bei der jährlichen Grippeimpfung könnte es damit möglich sein, lediglich wenige Male im Leben gegen Influenza zu impfen. Der experimentelle Impfstoff besteht aus modifizierter, gereinigter mRNA formuliert als Lipidnanopartikel. Er löste bei Mäusen, Kaninchen und Frettchen eine starke Antikörper-Reaktion aus. Dies schützte Mäuse vor Infektionen mit unterschiedlichen Stämmen von Grippeviren.

 

Weltweit wird intensiv nach einer Universalimpfung gegen Influenzaviren geforscht. Bislang hat sich noch kein Ansatz in fortgeschrittenen klinischen Studien als effektiv genug gezeigt. (hh/dh)

DOI: 10.1038/s41467-018-05482-0

 

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24.08.2018 l PZ / www.aponet.de

Foto: Novartis