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OTC-Switch: Ausschuss gibt Levocetirizin frei

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Nach Empfehlung des Sachverständigen-Ausschusses für Verschreibungspflicht soll orales Levocetirizin, das (R)-Enantiomer des Antiallergikums Cetirizin, demnächst ohne ärztliches Rezept in der Apotheke erhältlich sein. Auch Diclofenac zum äußeren Gebrauch als Pflaster soll aus der Verschreibungspflicht entlassen werden, ebenso Zubereitungen zur dermalen Anwendung aus Natriumbituminosulfonat und Hydrocortisonacetat (Ichthocortin© Gel).

Hingegen bleibt Methocarbamol (Ortoton© und andere), das zur symptomatischen Behandlung schmerzhafter Muskelverspannungen zugelassen ist, verschreibungspflichtig. Das meldet die Arzneimittelkommission der deutschen Apotheker (AMK), die eines von zwölf stimmberechtigten Mitgliedern ist.

Unter die Verschreibungspflicht soll nach Empfehlung des Ausschusses künftig Distickstoffmonoxid  (Lachgas) fallen. Gleiches gilt für Amprolium zur Anwendung bei Tieren, ausgenommen Brieftauben. Amprolium ist ein Thiamin-Analog, das den Thiamin-Transporter des Parasiten Eimeria blockiert. Die Einzeller lösen bei Tieren wie Geflügel und Rindern, aber auch Haustieren wie Hunden, Katzen, Meerschweinchen und Kaninchen sogenannte Kokzidiosen aus.

Wenn der Gesetzgeber den Empfehlungen folgt, was meist der Fall ist, könnten die Änderungen zum 1. Januar 2019 in Kraft treten, gegebenenfalls mit Übergangsfristen, schätzt die AMK. (dh)

10.07.2018 l PZ

Foto: Fotolia/dizai