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Versicherte können Ansprüche oft schwer durchsetzen

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Viele Deutsche haben Probleme, Ansprüche gegenüber ihrer Krankenkasse durchzusetzen. Das hat die Unabhängige Patientenberatung Deutschland (UPD) erklärt. Die Organisation hatte für ihren «Monitor Patientenberatung 2017» ihre mehr als 150.000 im vergangenen Jahr geführten Beratungsgespräche mit Bürgern ausgewertet.

 

Mit Abstand am häufigsten (rund 98.000 Mal) wandten sich Versicherte für eine Rechtsberatung an die UPD, gefolgt von medizinischer (28.000 Mal) und allgemeiner Beratung (27.000 Mal). Fast die Hälfte der Rechtsberatungen drehte sich um Leistungsansprüche gegenüber Kostenträgern wie Krankenkassen. Also Fälle, in denen Versicherungen sich etwa weigern, bestimmte Leistungen zu zahlen, obwohl sie dazu verpflichtet sind. Viel Beratungsbedarf gab es auch beim Thema Krankengeld und in Fällen, in denen der Medizinische Dienst der Krankenversicherung beurteilt, ob ein Versicherter erwerbsfähig ist oder nicht. Hier werde oft wenig einfühlsam mit den Patienten kommuniziert, bemängelt die UPD.

 

Generell liegt beim Thema Kommunikation laut UPD einiges im Argen. Immer wieder bekämen Versicherte Schreiben ihrer Krankenversicherung, die sich läsen, als ob eine von ihnen angefragte Leistung bereits abgelehnt wäre, kritisierte der UPD-Geschäftsführer Thorben Krumwiede. Für die Betroffenen sei dann nicht zu erkennen, dass sie ihren Anspruch sehr wohl noch durchsetzen könnten. Manche Versicherer informierten ihre Versicherten einfach nicht ausreichend oder böten von vornherein nur die Lösung an, die am günstigsten ist, beklagt die UPD.

 

Für echte Gesundheitskompetenz genüge es heute nicht mehr, wenn Patienten medizinische Sachverhalte richtig einordnen zu könnten, stellte Krumwiede klar. Sie müssten auch wissen, wie die Rechtslage für ihre Belange aussieht und wo im System sie Unterstützung bekommen. Der Patientenbeauftragte der Bundesregierung (Ralf Brauksiepe, CDU) kündigte Verbesserungen an. (ap)

 

12.06.2018 l PZ

Foto: Fotolia/akf