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Pflegeversicherung: Beitragssatz steigt um 0,3 Prozentpunkte

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Einen «Kassensturz» zur sozialen Pflegeversicherung hatte Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) vor drei Wochen angekündigt, um dem voraussichtlich hohen Defizit in dem Bereich zu begegnen. Heute präsentierte er in Berlin die Ergebnisse. Demnach ist ab 1. Januar 2019 eine Erhöhung des Beitragssatzes um 0,3 Prozent notwendig, um die Kassen mittelfristig zu konsolidieren.

 

Den gemeinsamen Analysen von Bundesgesundheitsministerium (BMG) und dem Spitzenverband Bund der Pflegekassen (GKV-SV) zufolge dürften die Pflegekassen für 2018 ein Ausgabenminus von rund 3 Milliarden Euro aufweisen. Diese Prognose stützt sich auf die Ausgabenentwicklung im ersten Quartal dieses Jahres, die um 70 Prozent höher lag als im Vorjahresquartal.

 

Die Kostenentwicklungen im Pflegebereich war nach Angaben des BMG so nicht absehbar gewesen. Sie resultieren letztlich aus den Neuregelungen durch die Pflegestärkungsgesetze, die unter anderem eine Neueinstufung in fünf Pflegegrade mit sich brachten und nun etwa eine Pflegebedürftigkeit auch bei seelischen und geistigen Beeinträchtigungen anerkennt. Insgesamt seien 2017 rund 100.000 Menschen mehr in der Pflegebedürftigkeit als ursprünglich geschätzt. Für 2018 schätzen BMG und GKV-SV einen unerwarteten Kostenzuwachs von rund 1,1 Milliarden Euro. Auch bei den ambulanten Leistungen seien wesentlich mehr Gelder abgerufen worden als gedacht. Die Ursachen will das Ministerium derzeit genauer analysieren, heißt es.

 

Dem Kassensturz zufolge könnte die Beitragssatzanhebung von 0,3 Prozentpunkten bis ins Jahr 2022 reichen, vorausgesetzt, es kommt nicht zu weiteren zusätzlichen Leistungserweiterungen. (et)

 

13.06.2018 l PZ

Foto: Fotolia/Jamrooferpix