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Nacht- und Notdienst: Apotheker unter Mindestlohn-Niveau

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Die Vergütungen für Nacht- und Notdienste sollen künftig zumindest auf Mindestlohn-Niveau steigen. Die Apothekengewerkschaft Adexa will nach eigenen Angaben die geplante gesetzliche Erhöhung des Mindestlohns von derzeit 8,84 Euro zum Anlass nehmen, auch die Stundenlöhne von Apothekenangestellten zu verbessern.

 

«Bereits jetzt erhalten Berufsgruppen in öffentlichen Apotheken, die den Nacht- und Notdienst übernehmen, niedrigere Vergütungen», kritisierte die Gewerkschaft. Wie sie mitteilte, will sie dies im Rahmen der demnächst anlaufenden Tarifverhandlungen ändern.

 

Anlass ist die aktuelle Einigung der Mindestlohnkommission, die Mindestvergütung für Beschäftigte ab 2019 auf 9,19 Euro brutto pro Stunde zu erhöhen. Ab 2020 soll die Untergrenze noch einmal auf 9,35 Euro pro Stunde ansteigen.

 

Das Thema habe auch für angestellte Approbierte, Apothekerassistenten und Pharmazie-Ingenieure Relevanz, so die Adexa. Für die Zeit zwischen 22 und 8 Uhr, sprich zehn Stunden, erhielten sie entweder 5,5 Stunden Freizeit oder 85 Euro Vergütung. Der Gehaltsbestandteil entspreche 8,50 Euro pro Stunde und liege damit unter dem derzeit gültigen Mindestlohn, kritisiert die Gewerkschaft. «Bei den aktuellen Tarifverhandlungen fordern wir von den Arbeitgebern, hier nachzubessern», sagt Tanja Kratt. Sie ist Zweite Vorsitzende und leitet die Tarifkommission bei Adexa. Diese Vergütung sei nicht mehr zeitgemäß, insbesondere vor dem Hintergrund des Fachkräftemangels. (et)

 

29.06.2018 l PZ

Foto: ABDA