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Krebspatienten in der Apotheke: Hilfestellung für die Beratung

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Die zunehmende Verordnung von Krebsmitteln in Tabletten- oder Kapselform in der ambulanten Tumortherapie macht die Beratung onkologischer Patienten in der Apotheke immer anspruchsvoller, sowohl fachlich als auch kommunikativ. Dabei will der Krebsinformationsdienst des Deutschen Krebsforschungszentrums (DKFZ) die Apotheken unterstützen und bietet Informationsmaterialien an, zum Beispiel zu häufigen Nebenwirkungen wie Mukositis, Fatigue oder Übelkeit und wie man damit umgehen kann.

Denn mehr als die Hälfte der neu zugelassenen Onkologika der vergangenen fünf Jahre kamen in oraler Darreichungsform auf den Markt. Diese Art der Applikation ist für die Patienten deutlich angenehmer als Injektionen oder Infusionen und lässt eine Behandlung zu Hause zu. Allerdings sind die Einnahmevorschriften durchaus komplex und müssen genau eingehalten werden, um die Gefahr von Neben- und Wechselwirkungen zu minimieren. «Einnahmefehler können den Therapieerfolg gefährden und ernste gesundheitliche Folgen nach sich ziehen», warnt der Krebsinformationsdienst. Die Patienten müssen daher genau informiert und zur Therapietreue motiviert werden. «Vor diesem Hintergrund kommt den Apothekern, als niederschwellig erreichbare Ansprechpartner im direkten Umfeld des Patienten, eine entscheidende Bedeutung zu», betont der Krebsinformationsdienst.

«Die Materialien des Krebsinformationsdienstes sind für uns Apotheker eine große Hilfe», berichtet Kerstin Bornemann, Apothekerin für onkologische Pharmazie und Palliativpharmazie in Göttingen und Vorstandsmitglied der Gesellschaft für onkologische Pharmazie (DGOP). «So können wir den Kunden etwas Konkretes an die Hand geben, das sie sich auch zu Hause nochmals in Ruhe anschauen können. Da alle Inhalte evidenzbasiert und auf dem neuesten Stand der Wissenschaft entwickelt werden, gebe ich sie oft und mit einem guten Gefühl weiter.» Die DGOP hat zudem eine spezielle Fortbildung für Apotheker konzipiert, um eine bestmögliche pharmazeutische Versorgung von Tumorpatienten in der ambulanten Therapie sicherzustellen. (dh)

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Kinasehemmer: Sortieren des großen Sortiments, PZ 13/2018

Initiative Orale Krebstherapie der DGOP (externer Link)

Broschüren und Informationsblätter des Krebsinformationsdienstes (externer Link)

 

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11.06.2018 l PZ

Foto: Fotolia/benjaminnolte