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Hautärzte warnen: Entfernung von Tattoos per Laser riskant

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Das Entfernen von Tätowierungen per Laser ist nach Einschätzung von Experten riskant. «Die Pigmentpartikel in der Haut zerplatzen durch Einwirken hoher Temperaturen in kleinste Einzelteile und werden anschließend über das Lymphsystem abtransportiert», erklärte die Deutsche Gesellschaft für Dermatochirurgie am Freitag bei einer Tagung in Dresden. «Am leichtesten zu entfernen ist der schwarze Farbstoff, weil die dunklen Farben am meisten Energie absorbieren», so Tagungsleiter Jörg Laske. Blau, Grün und Rot würden sich aber als problematisch erweisen: «Da braucht es mehr Sitzungen, und trotzdem bleiben oft Reste zurück.» Eine Präferenz für eine Methode der Entfernung gab die Tagung allerdings nicht.

 

Welches Risiko bei der Fragmentierung von Farbpigmenten in toxische oder krebserregende Bestandteile ausgeht, sei derzeit noch Gegenstand der Forschung, teilten die Dermatologen weiter mit. Das Bundesamt für Risikobewertung habe zum Beispiel für die Laserbestrahlung des Blaupigments Kupferphthalocyanin flüchtige und hochgiftige Verbindungen wie Blausäure oder Benzol nachgewiesen: «Die technische Entwicklung geht vom bisher gebräuchlichen Nano- zum Picolaser, der mit noch kürzeren Energie-Impulsen die Nebenwirkungen der Laserbehandlung wie Verbrennungen und Narbenbildung weiter mindern soll. An den Risiken von Tattoos und deren Beseitigung ändert das allerdings nichts.»

 

Aber auch das Tätowieren an sich ist den Experten zufolge problematisch. «Wer sich tätowieren lässt, nimmt Risiken in Kauf, die zum Teil noch gar nicht näher erforscht sind», hieß es. Mögliche Langzeitfolgen könnten knotige Hautveränderungen oder Kontaktallergien sein. Laut Laske gehen besonders von roten Farbstoffen erhebliche Probleme aus. Zwar gebe es seit 2009 eine Tätowiermittelverordnung mit einer Negativ-Liste von Stoffen, die nicht in den Farben enthalten sein sollten. Doch viele Tätowierer verwenden laut den Experten keine deutschen Produkte, sondern kauften Farben über das Internet aus den USA und Asien ein. Deren Zusammensetzung sei oft nicht bekannt. Schätzungen zufolge kommt es bei bis zu 27 Prozent der Tätowierungen zu Komplikationen.

11.06.2018 l PZ/dpa

Foto: Fotolia/Africa Studio