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BPAV: Verblisterer wollen Pflege optimieren

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Der Bundesverband Patientenindividueller Arzneimittelverblisterer (BPAV) fordert eine flächendeckende Einführung patientenindividueller Arzneimittelverblisterung (PAV) in allen Alten- und Pflegeheimen. Wie der Verband heute mitteilte, könnte dies sowohl die fehlerfreie und therapietreue Medikamentenversorgung als auch die Pflegequalität verbessern. Auch würde das Pflegepersonal entlastet und die gewonnene Zeit käme dann den Patienten zugute.

 

Demnach könnten allein durch Auslagerungs- und Einsparpotenzial in PAV-Bereich etwa 6000 neue Pflegestellen entstehen. Der BPAV-Vorsitzende Hans-Werner Holdermann rechnet vor: «Bei aktuell rund 800.000 stationär Pflegebedürftigen bietet die PAV allein mit Blick auf die Medikamentenstellung ein Auslagerungspotenzial von über 180 Millionen Euro – und das jährlich.» Bei einem durchschnittlichen Bruttojahresgehalt einer Pflegekraft von etwa 30.000 Euro könnten also 6.000 neue Pflegekräfte bezahlt werden.

 

Der BPAV fordert nun Politik und Selbstverwaltung auf, schnell zu handeln. Nur so könne das ungenutzte Potenzial ausgeschöpft werden, betont Holdermann. Auch der von Apothekern geführte Medikationsplan für verblisterte Präparate helfe dabei, Krankenhauseinweisungen aufgrund von Fehlmedikationen zu verhindern. (je)

 

14.06.2018 l PZ

Foto: Fotolia/Natalia Merzlyakova