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Apothekertag in Augsburg: SPD steht zu Rx-Versandverbot

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Beim im Koalitionsvertrag verankerten Rx-Versandverbot können die Apotheker auch auf die Unterstützung der Sozialdemokraten zählen. Zwar sei sie nach wie vor „nicht davon überzeugt“, sagte die gesundheitspolitische Sprecherin der SPD-Bundestagsfraktion, Sabine Dittmar, heute beim Bayerischen Apothekertag in Augsburg. Doch sofern Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) einen entsprechenden Gesetzentwurf vorlege, werde die SPD diesen «zwar gründlich prüfen, aber dann auch unterstützen», so Dittmar bei der Diskussion zur aktuellen Gesundheitspolitik im Kurhaus-Theater Göggingen. «Vertrag ist Vertrag.»

 

Auch die Union schlug dieselbe Richtung ein. Der Bundestagsabgeordnete Stephan Stracke (CSU) sagte, letztlich gehe es bei dem Verbot des Versandhandels mit verschreibungspflichtigen Arzneimitteln darum, einen «ruinösen Preiswettbewerb» zu verhindern. Das betonte auch der Bundestagsabgeordnete Harald Weinberg von der Linken. Rx-Medikamente seien eine beratungsintensive und besondere Ware, so Weinberg. Entsprechend froh sei er über den entsprechenden Passus im Koalitionsvertrag. «Ich glaube auch, dass der Umsatz im Versandhandel zu einer echten Verdrängung der Präsenzapotheke führen wird», warnte er. Es gelte, die Apotheke vor Ort zu erhalten.

 

FDP-Gesundheitsexperte Andrew Ullmann betonte, zu einer patientenorientierten Politik gehöre zweifelsohne die flächendeckende Arzneimittelversorgung. Allerdings sehe er diese durch den Versandhandel keineswegs gefährdet. «Ein Versandhandelsverbot kann strukturelle Schwächen nicht ausgleichen», so Ullmann. Er sei vielmehr davon überzeugt, dass Versandhandel und Präsenzapotheke parallel nebeneinander bestehen könnten. (cd)

 

08.06.2018 l PZ

Foto: Fotolia/teracreonte