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Hautkrebs: Sonnenschutz im Nagelstudio nicht vergessen!

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Ob regelmäßige Besuche im Nagelstudio das Hautkrebsrisiko erhöhen, ist noch nicht geklärt. Einig sind sich Experten aber, dass Frauen ihre Finger mit Sonnenschutzmitteln oder fingerlosen Handschuhen schützen sollten, wenn sie sich ihre Nägel lackieren und unter UV-Licht aushärten lassen. Darauf weist der Deutsche Krebsinformationsdienst hin. «Wer nicht auf modellierte Nägel verzichten will, der sollte beim Besuch im Nagelstudio UV-Schutzmaßnahmen ergreifen, um sein Risiko so gering wie möglich zu halten», empfiehlt Dr. Susanne Weg-Remers, Leiterin des Krebsinformationsdienstes.

 

Grundsätzlich wird UV-A-Licht als krebserregend eingestuft, allerdings in Abhängigkeit von Dauer und Stärke der Bestrahlung. Je kürzer die Einwirkzeit, desto geringer die Hautschädigung. Wissenschaftler schätzten die individuelle Gefahr sehr unterschiedlich ein, erklärt der Krebsinformationsdienst und verweist auf die kontroverse Studienlage. Nach einem mathematischen Modell müssten zehn- oder gar hunderttausend Individuen regelmäßig eine der üblichen UV-Lampen verwenden, bis sich bei einer Person ein Karzinom auf dem Handrücken entwickeln würde. Eine andere Studie dagegen habe gezeigt, dass nur zehn Minuten Bestrahlung mit der UV-Lampe in etwa der empfohlenen maximalen Strahlendosis eines ganzen Tages entsprechen. Je nach verwendeter Lampe, könnten bereits acht Sitzungen im Nagelstudio zu DNA-Schäden in der Haut führen, so das Ergebnis einer weiteren Studie.

 

Einig sei man sich aber bei der Empfehlung für die Praxis: So lange keine abschließenden Ergebnisse vorliegen, sollten auf jeden Fall die empfohlenen Schutzmaßnahmen getroffen werden. (dh)

 

14.05.2018 l PZ

Foto: Fotolia/tamara83