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Schilddrüse: Fast jede zehnte Frau leidet an Unterfunktion

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Rund vier Millionen Frauen in Deutschland – fast jede zehnte – waren im Jahr 2016 wegen einer Schilddrüsenunterfunktion in ärztlicher Behandlung, meldet die Krankenkasse Barmer. Bei Männern lag der Bundesdurchschnitt dagegen deutlich niedriger bei 2,7 Prozent. «Wer unter Müdigkeit, Konzentrationsproblemen oder einer unerklärlichen Gewichtszunahme leidet, sollte seine Schilddrüse beim Arzt untersuchen lassen», rät Dr. Ursula Marschall, leitende Medizinerin bei der Barmer. Nicht selten führten scheinbar psychische Symptome zu Verdachtsdiagnosen wie Burnout oder leichten Depressionen, dabei steckt eine gut behandelbare Hypothyreose dahinter. Auch ein unerfüllter Kinderwunsch kann auf eine Unterfunktion der Schilddrüse zurückgehen.

 

«Der wichtigste Ansatzpunkt für die Diagnose einer Hypothyreose ist eine Blutuntersuchung», erklärt Marschall. Dabei wird überprüft, ob die Schilddrüse ausreichend Hormone bildet. Falls nicht, wird L-Thyroxin substituiert. Das Hormon sollte morgens nüchtern mindestens 30 Minuten vor dem Frühstück eingenommen werden.

 

L-Thyroxin und das Schilddrüsenhormon Trijodthyronin erhöhen die Herzfrequenz, den Sauerstoff- und Energieverbrauch und die Körpertemperatur. Zudem bewirken sie eine gesteigerte Erregbarkeit der Nervenzellen. Schilddrüsenhormone beeinflussen auch das seelische Gleichgewicht, die Sexualität und die Fruchtbarkeit. (dh)

 

16.04.2018 l PZ

Foto: Fotolia/Andrey Popov