Pharmazeutische Zeitung Online
AMK

Dr.-Hellmuth-Häussermann-Preis 2018: Im Zeichen der AMTS

Datenschutz bei der PZ

Beim 7. Niedersächsischen Fortbildungskongress der Apothekerkammer Niedersachsen am in Bad Zwischenahn am vergangenen Wochenende wurde traditionell der Dr.-Hellmuth-Häussermann-Preis verliehen. Die Auszeichnung ging in diesem Jahr an Apothekerin Annette Dunin von Przychowski (Foto links) für ihre Arbeit «Medikationsanalyse – Optimierung der Arzneimitteltherapiesicherheit».

 

Der mit 1000 Euro dotierte Dr.-Hellmuth-Häussermann-Preis wird alle zwei Jahre verliehen. Neben Dr. Lukas Kaminski (Foto rechts), Leiter Aus- und Weiterbildung der Apothekerkammer Niedersachsen, sitzen die Präsidentin der Apothekerkammer Niedersachsen, Magdalene Linz, ABDA-Präsident Friedemann Schmidt sowie Götz Schütte von der Apothekerkammer Niedersachsen im Vorstand der Dr. Hellmuth-Häussermann-Stiftung.

 

Annette Dunin von Przychowski, so Kaminski, habe gemeinsam mit ihrem Kollegen und Pharmazeuten im Praktikum (PhiP), Matthew Cranitch, im Rahmen der gewürdigten Arbeit ein Projekt zur Überprüfung der Medikation eines von ihr betreuten Pflegeheimes vorgestellt. Dort sei exemplarisch eine Medikationsanalyse bei Dysphagie-Patienten mit Polymedikation zur Erhöhung der Arzneimitteltherapiesicherheit (AMTS) durchgeführt und Handlungsempfehlungen unter anderem zur Arzneimitteleinnahme erstellt worden.

 

«Diese Handlungsempfehlungen besitzen Allgemeingültigkeit», erklärte Kaminski in seiner Laudatio. Dunin von Przychowski habe durch ihren Beitrag bewiesen, dass das Medikationsmanagement ausschließlich in die Zuständigkeit qualifizierter Apotheker gehört und allen anderen Bestrebungen im Sinne der AMTS eine Absage zu erteilen ist. Daher habe das Kuratorium der Stiftung dieser Arbeit den ersten Preis zuerkannt.

 

Durch die regelmäßige Auslobung von Preisaufgaben und die Auszeichnung hervorragender Arbeiten will die Dr.-Hellmuth-Häussermann-Stiftung die Pharmazie in Wissenschaft und Praxis fördern. Hat sich, so Kaminski, die Aufgabenstellung vor allem zu Beginn der Stiftungstätigkeit ausschließlich auf die Gebiete der pharmazeutischen Analytik und der pharmazeutischen Technologie konzentriert, so folge sie heute auch dem geänderten Berufsbild des Apothekers als pharmazeutisch fürsorgender Heilberuf: «Pharmazeutische Betreuung ist der Kern unserer Tätigkeit und hat wachsende Bedeutung unter besonderer Berücksichtigung des demographischen Wandels.» 

 

Die Stiftung wurde 1979 von der Bezirksstelle Northeim des Landesapothekervereins Niedersachsen zum Gedenken an Dr. Hellmuth Häussermann aus Einbeck gegründet. Dieser war nicht nur Apotheker und Diplom-Chemiker, sondern auch interessierter Wissenschaftler und Pädagoge. 1962 begründete Häussermann die Fortbildung der Apothekerkammer Niedersachsen. Den Apotheker auf dem neuesten Stand der Wissenschaft zu halten und den Nachwuchs zu fördern, war sein vorrangiges Ziel, das er mit Engagement verfolgte. Häussermann verunglückte tödlich im Alter von 55 Jahren.

 

«Die Gründung der nach seinem Namen benannten Stiftung ist als Zeichen und Aufforderung eines nicht nachlassenden Engagements für die Aus-, Fort- und Weiterbildung unserer Berufsangehörigen zu werten. Denn nur die auf höchstem Qualitätsniveau praktizierte Pharmazie zieht die Abgrenzungslinie zu denen, die meinen, Arzneimittelabverkauf sei ein unbedenkliches Geschäft für Laien», sagte Kaminski in Bad Zwischenahn. (cb)

 

16.04.2018 l PZ

Foto: PZ/Christiane Berg