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Bewegung im Alter: Es muss nicht immer Sport sein

Regelmäßige Bewegung im Alter steigert nachweislich das Wohlbefinden, erhält die Selbstständigkeit und senkt die Mortalitätsrate. «Dennoch ist der Anteil der älteren Menschen, die sich nur ungenügend bewegen, beängstigend hoch», verdeutlichte Sportwissenschaftlerin Dr. Ellen Freiberger aus Nürnberg auf einer Pressekonferenz der Deutschen Gesellschaft für Innere Medizin in Wiesbaden. Viele Senioren dächten beim Thema Bewegung gleich an Sport. Doch es muss nicht unbedingt ein anstrengendes sportliches Training sein, wie Freiberger betonte. Auch mit alltäglichen kleinen Bewegungseinheiten könne man viele positive Effekte erzielen.

 

So habe bereits ein täglicher Spaziergang von etwa 30 Minuten enorm gesundheitsförderliche Wirkung, oder mit dem Hund dreimal täglich kurz Gassi zu gehen. «Ich rate Senioren immer: Führen Sie Ihren Hund spazieren – auch wenn Sie gar keinen haben», so die Referentin. Internationale Daten zeigten allerdings, dass viele Menschen zwischen 65 und 80 bis zu 80 Prozent des Tages sitzend verbringen, so die Sportwissenschaftlerin.

 

«Gerade dieses lange Sitzen hat viele negative Effekte. In Forschungsprojekten machte es in Bezug auf metabolische Risikofaktoren einen Unterschied von bis zu 20 Prozent, ob Menschen vier Stunden durchgehend saßen oder in diesen vier Stunden immer mal wieder aufgestanden waren», berichtete die Referentin. Daher sollte man Phasen langen Sitzens so oft wie möglich mit kleinen Bewegungsaktivitäten unterbrechen. Man könne Senioren beispielsweise empfehlen, beim Fernsehen in jeder Werbepause aufzustehen und sich in der Küche etwas zu trinken zu holen oder fünf Knie- oder Armbeugen zu machen.

 

Viele Senioren halte auch Unsicherheit und die Angst vor Stürzen davon ab, sich mehr zu bewegen, so Freiberger. Einfache Aktivitäten wie Gehen liefen im Alter nicht mehr automatisiert ab. Komme eine kognitive Aufgabe, etwa eine Unterhaltung dazu, müsse sich das Gehirn auf zwei Aufgaben gleichzeitig konzentrieren («Stops walking while talking») und es könne bei Unachtsamkeit schnell zu Stolpern oder Stürzen kommen. Freiberger rät Senioren daher dazu, beim Gehen immer möglichst konzentriert zu sein. «Ältere Menschen sollten das Gehen als andauernde gelbe Ampelphase betrachten:  Sie sollten immer aufmerksam, aber nicht ängstlich sein.»

 

Auch das eigene Zuhause sollte von den Senioren selbst oder Angehörigen möglichst sturzsicher gemacht werden, denn rund 60 Prozent aller Stürze passieren in der Wohnung, wie Freiberger betonte. «Hier gilt die Devise: Besser etwas hinzufügen, als Einrichtungsgegenstände wegnehmen. Teppiche können beispielsweise rutschsicher festgeklebt oder Möbel an der Wand fixiert werden.» (va)

 

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04.04.2018 l PZ

Foto: Fotolia/Budimir Jevtic