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Stationär plus online: Erfolgsmodell für Apotheken?

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Brick and click: So nennen Insider ein Modell des modernen Warenhandels. «Brick», also Ziegelstein, steht für ein stationäres Geschäft, und «click» für den Online-Einkauf. Dies sei auch für Apotheken ein Zukunftsmodell, sagte Fabian Kaske, Geschäftsführer der Health-Care-Marketingagentur Dr. Kaske, beim Kooperationsgipfel des Bundesverbands Deutscher Apothekenkooperationen (BVDAK) in München. Eine ultraschnelle Lieferung von Arzneimitteln, wie sie Amazon Prime Now in Kooperation mit einer Münchner Bienen-Apotheke als besondere Leistung anbietet, könne jede stationäre Apotheke leisten. Kaske empfahl den Apothekern zu kooperieren, um das System logistisch auf die Beine zu stellen.

 

Experten rechnen derzeit mit etwa 51 Millionen Online-Shoppern in Deutschland. 85 Prozent davon kaufen beim Branchen-Primus Amazon ein. 17 Millionen nutzen dessen Prime-Angebot. Dabei gäben sie richtig viel Geld aus, so Kaske. Während Käufer in Shop-Apotheken pro Jahr durchschnittlich 105 Euro umsetzten, seien es bei Amazon 504 und bei Prime schon 1231 Euro. Die günstigsten Preise für Medikamente biete meist DocMorris, während Prime wesentlich höher liege. Da der Kunde die schnelle Lieferung nach Hause als echten Mehrwert erlebe, sei ihm der Preis nicht mehr so wichtig.

 

Versandapotheken sollten sehr umfangreiche Informationen sowie ein Bewertungssystem zu ihren Produkten anbieten, empfahl Kaske. Bei Amazon finde der Kunde Antworten auf jede mögliche Frage, die er stellen könnte. Dies müsse auch die Versandapotheke bieten, um ihre Kunden zu halten. Als Trend stellte der Referent sprachgesteuerte Systeme vor, die die Bestellungen immer einfacher machen: Einkaufen im «Zero-click-System». (bmg)

 

09.02.2018 l PZ

Foto: Fotolia/babimu