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Kälte: Wetter bringt kurze Pollenflug-Pause

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Das anhaltende Winterwetter mit Nachtfrösten hat Allergikern in Berlin eine Leidenspause verschafft. «Hasel und Erle brauchen sieben bis acht Grad für den Pollenausstoß», sagte Thomas Dümmel, Meteorologe an der Freien Universität Berlin. An der Messstelle im Bezirk Steglitz sei ihre Zahl pro Kubikmeter Luft im milden Januar bereits beachtlich angestiegen. Doch nun ist Pollenflug-Pause. Der Winter sei bisher ohnehin ideal für Allergiker gewesen, sagte Dümmel. «Auch im November und Dezember gab es kaum Pollenflug.» Nach Hasel und Erle blühe als nächstes die Birke. Je nach Außentemperatur starte ihr Pollenflug aber erst zwischen Mitte März und Mitte April.

 

«Pflanzen haben sehr intelligente Mechanismen ausgebildet, die wir noch gar nicht alle verstehen», erklärt Dümmel. Der Stopp des Pollenausstoßes an kalten Tagen gehöre zu diesen Techniken. «Pflanzen warten für die Ausschüttung ihrer Pollen eine dauerhaft milde Phase ab», so der Meteorologe. Das sei auch sinnvoll, weil sonst bereits bestäubte Pflanzen bei starkem und langem Frost wieder eingingen statt zu sprießen.

 

Hasel und Erle legten mit ihrem Pollenflug also erst wieder los, wenn die Temperaturen Tag und Nacht längere Zeit über 5 Grad lägen. Wie Pflanzen die Außentemperaturen so exakt messen können, ist Wissenschaftlern noch ein Rätsel. Generell hätten die milderen Winter die Leidenszeit für Allergiker in den vergangenen Jahrzehnten aber verlängert, betonte Dümmel. So blühe die eingeschleppte hochallergene Pflanze Ambrosia oft bis in die ersten Nachtfröste im Dezember hinein. In sehr ungünstigen Jahren flögen Hasel- und Erlenpollen schon Anfang Januar. Das heiße: Allergikern bleiben nur wenige Wochen Erholungspause. Früher habe diese Spanne noch bei zwei bis drei Monate gelegen.

 

12.02.2018 l dpa

Foto: Fotolia/Kathleen Rekowski