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RKI: Die Grippewelle hat begonnen

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Die Grippeaktivität in Deutschland hat in den vergangenen Wochen zugenommen, meldet das Robert-Koch-Institut (RKI). Nach Informationen der Arbeitsgemeinschaft Influenza des RKI begann die Grippewelle der Saison 2017/18 in der 52. Kalenderwoche des vergangenen Jahres. Zu dieser Zeit waren Influenzaviren erstmals für mehr als 10 Prozent der Atemwegserkrankungen bundesweit verantwortlich. Momentan liegt der Anteil bei 24 Prozent. In der ersten Meldewoche 2018 wurden 1326 labordiagnostisch bestätigte Influenzafälle an das Institut übermittelt. Damit wurden seit Ende Oktober 2017 insgesamt 3736 Fälle gemeldet.

 

Mit 50 Prozent der positiven Influenza-Nachweise ist der dominierende Stamm bisher Influenza-B-Virus der Yamagata-Linie. Am zweithäufigsten (36 Prozent der Nachweise) kommen Influenza-A(H1N1)pdm09-Viren vor. Die dominierenden Viren der vergangenen Saison, Influenza-A(H3N2), treten bislang nur vereinzelt auf. Vermutlich sind Teile der Bevölkerung aufgrund der ausgeprägten Zirkulation aus den vergangenen Jahren immun gegen diese Viren.

 

Während die Influenza-A(H1N1)pdm09-Komponente der diesjährigen Grippeimpfstoffe gut mit den zirkulierenden Viren übereinstimmt, ist die B-Yamagata-Linie nur im quadrivalenten Impfstoff enthalten, nicht aber im häufiger eingesetzten trivalenten, schreibt das RKI im «Epidemiologischen Bulletin» 01/2018. Personen, die den Dreifachimpfstoff erhalten haben, sollen aber nicht generell mit dem Vierfachimpfstoff nachgeimpft werden, rät das RKI. Die im trivalenten Impfstoff enthaltene B-Komponente der Victoria-Linie könne einen gewissen Schutz gegen die Yamagata-Linie bieten. Bei Personen aus Risikogruppen könne im Einzelfall entschieden werden, ob eine Nachimpfung sinnvoll ist. Ab der kommenden Saison empfiehlt die Ständige Impfkommission am RKI generell die Verwendung von quadrivalenten Grippeimpfstoffen. (ch)

 

12.01.2018 l PZ

Foto: Fotolia/psdesign1