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GroKo: Parteispitzen wollen Apotheke vor Ort stärken

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Noch ist nicht klar, ob sich Union und SPD tatsächlich zu einer neuen Großen Koalition durchringen werden, doch seit das fast 30 Seiten starke Papier vorliegt, in dem die Parteien die Sondierungsergebnisse für die wichtigsten Politikfelder zusammenfassen, werden zumindest die Grundzüge einer möglichen erneuten Zusammenarbeit klarer. Beim Thema Gesundheit scheinen die Zeichen für die Apotheker nicht schlecht zu stehen; ausdrücklich verständigen sich die Parteien in dem Papier darauf, die Apotheke vor Ort zu stärken. «Zu einer flächendeckenden Gesundheitsversorgung gehört für uns neben einer gut erreichbaren ärztlichen Versorgung auch eine wohnortnahe Geburtshilfe, Hebammen und Apotheken vor Ort», heißt es dort.

 

Außerdem haben sich die Spitzen der drei Parteien auf eine Rückkehr zur paritätischen Finanzierung der Gesetzlichen Krankenversicherung geeinigt. Demnach sollen die Beiträge wieder zu gleichen Teilen von Arbeitgebern und Arbeitnehmern bezahlt werden. Zurzeit werden 14,6 Prozent je zur Hälfte gezahlt, den Rest, der im Schnitt bei einem Prozentpunkt liegt, bezahlen die Arbeitnehmer alleine.

 

In Sachen Pflege einigten sich die Sondierer darauf, die Arbeitsbedingungen sowie die Bezahlung «sofort und spürbar zu verbessern». Dazu würden Sofortmaßnahmen für eine bessere Personalausstattung in der Altenpflege und im Krankenhaus ergriffen und dafür zusätzliche Stellen zielgerichtet gefördert. Tarifverträge in der Altenpflege sollen flächendeckend eingeführt werden. Die Ausbildung in Heilberufen soll laut Papier künftig kostenfrei sein – ein Lichtblick für PTA, die, anders als Auszubildende in der Alten- und Krankenpflege, nach wie vor Schulgeld bezahlen müssen. (cd)

 

12.01.2018 l PZ

Foto: Fotolia/Giso Bammel