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Antibiotika-Forschung: Drauf gespuckt

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Spucke hat antibakterielle Eigenschaften, die zur Suche nach neuen Antibiotika genutzt werden könnten. Einen ersten Schritt in diese Richtung machten jetzt Forscher um Dr. Anna de Breij von der Universität Leiden in den Niederlanden und Dr. Martijn Riool von der Universität Amsterdam.

 

Wie die Gruppe im Fachjournal «Science Translational Medicine» berichtet, leitete sie vom antimikrobiell wirksamen Peptid LL-37, das unter anderem im menschlichen Speichel vorkommt, eine Reihe von Substanzen ab, die den Ausgangsstoff hinsichtlich ihrer zerstörerischen Wirkung auf Bakterien teilweise noch übertrafen. Dabei handelt es sich ebenfalls um Peptide: synthetische antimikrobielle und Antibiofilm-Peptide (SAAP). Am vielversprechendsten schnitt in ersten Tests das SAAP-148 ab.

 

Diese Substanz tötete in vitro multiresistente Pathogene, ohne Resistenzen zu verursachen, verhinderte die Bildung von Biofilmen und beseitigte bereits bestehende Biofilme einschließlich der besonders schwer erreichbaren sogenannten Persister-Zellen, schreiben die Forscher. Sowohl auf isolierter menschlicher, verwundeter Haut als auch auf der Haut von lebenden Mäusen beseitigte eine vierstündige Behandlung mit SAAP-148 akute und chronische, Biofilm-assoziierte Infektionen mit Methicillin-resistentem Staphylococcus aureus und multiresistentem Acinetobacter baumannii. Die Wissenschaftler halten SAAP-148 für einen aussichtsreichen Arzneistoffkandidaten, den sie nun weiter untersuchen wollen. (am)

 

DOI: 10.1126/scitranslmed.aan4044

 

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16.01.2018 l PZ

Foto: Fotolia/Paulista