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Apotheker ohne Grenzen: 2017 zu Hause und weltweit im Einsatz

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2017 war für die Hilfsorganisation Apotheker ohne Grenzen (AoG) ein abwechslungsreiches Jahr. AoG-Geschäftsführerin Eliette Fischbach ist sehr zufrieden: «Wir haben erneut unsere pharmazeutische Kompetenz in der Nothilfe und der Entwicklungszusammenarbeit in den Dienst notleidender Menschen weltweit stellen können.»

In der Nothilfe stand ein siebenwöchiger Einsatz im karibischen Inselstaat Dominica im Mittelpunkt. Nach schweren Wirbelstürmen halfen dort im vergangenen Oktober und November drei Einsatzteams mit deutschen Apothekern und PTA, die Arzneimittelversorgung wiederherzustellen. «Anders als bei anderen Einsätzen hatten wir dieses Mal besonders viel mit der Sichtung und Entsorgung unbrauchbarer Arzneimittelspenden zu tun», berichtet Projektkoordinatorin Stefanie Pügge der Pharmazeutischen Zeitung. AoG sei noch in Kontakt mit der Partnerorganisation vor Ort und will mithelfen, Leitlinien für sachgerechte Arzneimittelspenden für den kleinen Inselstaat zu entwickeln.

Im März 2017 startete ein neues Projekt in Indien. AoG wirkt auf Teeplantagen in Darjeeling an einer Studie mit, die das Verschreibungs- und Abgabeverhalten von Ärzten und Apothekern bei Antibiotika untersucht und verbessern will. «Wir schulen dort das Personal, damit die Antibiotika leitliniengerecht zum Einsatz kommen», erklärt Pügge. Ziel sei es, Resistenzbildung zu vermeiden. In Nepal hilft AoG bei der Einrichtung eines Arzneimittellagers im Solukhombu-Distrikt. Dort sollen die Bergbewohner erstmals eine pharmazeutische Grundversorgung vor Ort bekommen.

In Uganda schult AoG seit April zusammen mit der deutschen NGO Apotheker helfen das Apothekenpersonal von Gesundheitszentren im Kibaale-Distrikt. Gemeinsames Ziel ist es, die pharmazeutische Versorgung der Bewohner nachhaltig zu verbessern, unter anderem durch ein besseres Lagermanagement und die Anschubfinanzierung eines eigenen Großhändlers, der die Gesundheitszentren und kleineren Apotheken mit Arzneimitteln aus sicheren Quellen versorgen soll.

Aber auch in Deutschland sind und bleiben die Apotheker ohne Grenzen aktiv: In Berlin startete die Zusammenarbeit mit der Bahnhofsmission, um die Versorgung Obdachloser zu verbessern. «Wir unterstützen dabei sowohl mit Arznei- und Hilfsmittelspenden als auch mit Schulungen der freiwilligen Ärzte und Pflegekräfte zur sachgerechten Anwendung», erklärt Pügge. «Wir wollen gemeinsam eine Hausliste erstellen, um die Ressourcen bestmöglich zu nutzen.»

Im neuen Jahr sollen diese und viele weitere etablierte Projekte in Argentinien, Mexiko, Kenia und Tansania fortgeführt werden. Neu hinzukommen werden zwei Projekte in der Demokratischen Republik Kongo. Zum einen soll dort ein kirchlich betriebener Großhandel unterstützt werden, zum anderen die Apotheke eines neuen Gesundheitszentrums eingerichtet werden. Auf den Philippinen wird der Verein in einer neuen Region aktiv. In Nordluzón wird ab Januar eine deutsche Apothekerin lokales Apothekenpersonal, Ärzte und Pflegepersonal rund um Arzneimittelanwendung und Logistik schulen.

Ebenfalls wichtig: 2017 führte AoG drei Einsatzkräfteschulungen durch. Mittlerweile stehe dem Verein ein verlässlicher Pool an geschulten Apothekern und PTA zur Verfügung, sowohl für die langfristigen Projekte als auch Katastrophenfälle. Damit kann der Verein auf solider Basis die Arbeit im neuen Jahr beginnen. «Ich bin stolz auf unsere Einsatzkräfte und alle, die den Verein in Deutschland mittragen und ihn bekannter machen», so Fischbachs Fazit. «Für 2018 wünsche ich mir, dass die Menschen, die in den vergangen Jahren von großer Not und Katastrophen betroffen waren, verschont bleiben. Wir werden uns weiterhin für sie und für andere einsetzen.» (dh)

 

Online bei AoG spenden (externer Link)

https://www.apotheker-ohne-grenzen.de/mitmachen/einfache-spende/

 

29.12.2017 l PZ

Foto: AoG