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Herz-Kreislauf-Risiko: Hundehalter im Vorteil

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Hundebesitzer haben ein niedrigeres Risiko, eine Herz-Kreislauf-Erkrankung zu entwickeln und daran zu sterben, als Menschen, die keinen Hund haben. Das zeigt eine große Beobachtungsstudie aus Schweden, deren Ergebnisse jetzt im Fachjournal «Scientific Reports» veröffentlicht wurden. Zwar lässt sich daraus nicht ableiten, dass einen Hund zu haben, das Leben verlängert. Die Erklärung, dass der Vierbeiner seinem Herrchen sozial guttut, es körperlich auf Trab hält und so dessen Gesundheit verbessert, ist aber naheliegend.

 

Die Forscher der Universität Uppsala um Mwenya Mubanga werteten die Daten von mehr als 3,4 Millionen Personen ohne vorbestehende kardiovaskuläre Erkrankung aus, davon 13,1 Prozent Hundehalter. Letztere hatten über den zwölfjährigen Beobachtungszeitraum ein niedrigeres Sterberisiko als Personen ohne Hunde. Besonders stark von der Gesellschaft eines Hundes profitierten Singles: Ihr relatives Sterberisiko war im Vergleich zu hundelosen Singles um 33 Prozent reduziert (Hazard Ratio 0,67), bei Menschen in Mehrpersonen-Haushalten fiel die Risikoreduktion mit 11 Prozent (HR 0,89) geringer aus. Dieser Unterschied zeigte sich auch beim kardiovaskulären Sterberisiko: Hier betrug die HR für Singles mit Hund 0,64 und für andere Hundehalter 0,85. Auch ein leicht reduziertes Risiko für Herz-Kreislauf-Ereignisse war für alleinstehende Hundebesitzer zu verzeichnen (HR 0,92).

 

«Mit einer solchen epidemiologischen Studie lassen sich Assoziationen bei großen Kohorten identifizieren, aber nicht die Frage beantworten, ob beziehungsweise wie Hunde vor kardiovaskulären Erkrankungen schützen können», sagt Seniorautor Professor Dr. Tove Fall in einer Mitteilung der Universität. Es sei bekannt, dass Hundehalter sich generell mehr bewegen als der Durchschnitt der Bevölkerung, was der Grund für die beobachteten Unterschiede sein könnte. «Andere mögliche Erklärungen sind ein gesteigertes Wohlbefinden, mehr Sozialkontakte durch den Hund oder Änderungen im Mikrobiom des Halters.» Denkbar sei aber natürlich auch, dass die Unterschiede zwischen den Gruppen bereits vor der Anschaffung eines Hundes bestehen, dass also eher fittere und körperlich aktivere Leute sich einen Hund kaufen. (am)

 

DOI: 10.1038/s41598-017-16118-6

 

20.11.2017 l PZ

Foto: Fotolia/Budimir Jevtic