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Hautpflege: Empfehlenswertes für Kinderhaut

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Kinderhaut unterscheidet sich zwar vom Aufbau her nicht stark von Erwachsenenhaut, ist aber viel dünner, empfindlicher und durchlässiger. Daher dringen topisch applizierte Wirkstoffe und auch Zusatzstoffe leichter und tiefer ein, informierte Apothekerin Dr. Regina Scherließ, Professorin für Pharmazeutische Technologie an der Christian-Albrechts-Universität Kiel beim 10. Fortbildungstag der Apothekerkammer Schleswig-Holstein in Bad Segeberg.

 

«Kinderhaut braucht Pflege», betonte die Referentin. «Wir können viel Gutes tun, wenn wir die Barriere-Funktion mit lipidhaltigen Pflegemitteln verbessern.» Empfehlenswert seien beispielsweise Zusätze von Mandel- oder Nachtkerzensamenöl. Ansonsten sind Zusatzstoffe für Kinder eher zu vermeiden. Als kritische Komponenten nannte Scherließ große Menge an Tensiden und Erdölprodukte wie Vaselin und Paraffin, wenn sie nicht in Arzneibuchqualität verwendet wurden. Wollwachs- und Wollwachsalkoholprodukte seien in vielen kosmetischen Produkten enthalten, haben aber ein allergenes Potenzial, ebenso wie der viel verwendete Cetylstearylalkohol. Bei den Konservierungsmitteln hielt Scherließ Sorbinsäure bei Kindern für am wenigsten problematisch. Nicht eingesetzt werden sollte Benzylalkohol, Benzoesäure, Propylenglykol und PHB-Ester. Unproblematisch seien hydratisierende Stoffe wie Harnstoff (erst ab dem zweiten Lebensjahr und nur auf intakter Haut), Glycerol, Dexpanthenol und NaCl.

 

Zur Hautreinigung reiche bei kleinen Kindern auch Wasser pur. Seife wasche nur die Hautlipide aus, sogenannte seifenfreie Produkte enthielten oft zu viele Emulgatoren. Beim Baden (nur für fünf bis zehn Minuten bei maximal 38 Grad) seien rückfettende Ölbäder der Badezusatz der Wahl. «Hautpflege ist Liebe», betonte Scherließ. «Sie sollte schon im Babyalter positiv besetzt werden, gerade im Hinblick auf lebenslange Pflege bei Neurodermitis-Patienten.» (dh)

 

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13.11.2017 l PZ

Foto: Fotolia/Sandor Kacso