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GKV-Beitragsprognose: Bund und Kassen uneins

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Über die voraussichtliche Höhe des durchschnittlichen Zusatzbeitrags zur Gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) im Jahr 2018 sind sich Bund und Kassen uneins. Wie das Bundesversicherungsamt heute bekannt gab, konnte sich der GKV-Schätzerkreis bei der Höhe der GKV-Ausgaben für die Jahre 2017 und 2018 auf keine einvernehmliche Prognose einigen.

 

Das Gremium, bestehend aus Experten des Bundesgesundheitsministeriums (BMG), des Bundesversicherungsamts (BVA) und des GKV-Spitzenverbands, sagt jedes Jahr unter anderem anhand der geschätzten Einnahmen des Gesundheitsfonds und der voraussichtlichen Ausgaben der GKV die zu erwartende Beitragsentwicklung der Kassen voraus. Für das Jahr 2018 ergibt sich nun aufgrund der unterschiedlichen Schätzergebnisse kein Konsens: Während sich aus den Schätzungen von BMG und BVA ein um 0,1 Prozentpunkte auf 1,0 Prozent verringerter durchschnittlicher Zusatzbeitrag ergibt, folgt aus den Prognosen des GKV-Spitzenverbands ein unveränderter Zusatzbeitrag von 1,1 Prozent.

 

Grund für die Unterschiede: Das BMG und das Bundesversicherungsamt prognostizieren für 2018 Ausgaben in Höhe von 236,2 Milliarden Euro, die GKV-Experten erwarten hingegen 237,3 Milliarden. Auch für 2017 divergieren die Schätzungen: Von Bundesseite werden die GKV-Ausgaben auf 226,4 Milliarden Euro beziffert, die Kassenseite sieht diese hingegen bei einer Höhe von 227,2 Milliarden Euro.

 

Konsens gab es hingegen bei der Einnahmenhöhe des Gesundheitsfonds: Diese schätzt das Gremium für 2018 auf 222,2 Milliarden Euro. Für 2017 beziffern sie die Höhe auf 216 Milliarden Euro.

 

Das BMG wird nun die Ergebnisse des Schätzerkreises auswerten und entsprechend den durchschnittlichen Zusatzbeitrag für 2018 festlegen. Die Bekanntgabe erfolgt am 1. November 2017 im Bundesanzeiger. (et)

 

12.10.2017 l PZ

Foto: Fotolia/vege