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2017 könnte starkes Masern-Jahr werden

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Bundesweit hat das Robert-Koch-Institut von Januar bis Mitte August 860 Masern-Fälle gezählt. In keinem Bundesland sind im laufenden Jahr so viele Masern-Infektionen aufgetreten wie in NRW – knapp 60 Prozent, nämlich 511 Fälle. Im vergangenen Jahr wurden dagegen in dem Bundesland nur 28 Fälle gezählt. Nach Angaben des Landeszentrums Gesundheit NRW traten allein 330 Erkrankungen in Duisburg und 53 in Essen auf. Dort war im Mai eine 37-jährige Frau an der hoch ansteckenden Viruserkrankung gestorben.

 

In Duisburg habe es einen hohen Zuzug von Osteuropäern, vor allem Rumänen gegeben, die größtenteils nicht geimpft seien und sich gegenseitig angesteckt hätten, sagte Stadt-Pressesprecherin Gabi Priem. Seit Anfang Juli sei die Duisburger Masern-Welle auf nur noch vereinzelte Fälle abgeebbt. «Wir sind mit dem Impfmobil zu den Menschen in die Bezirke rausgefahren und haben geimpft und aufgeklärt», sagte Priem. Entwarnung gibt das Landeszentrum Gesundheit allerdings nicht. Zur Zeit würden zwar keine Masernfälle registriert, sagte eine Sprecherin. Ein erneuter Anstieg sei aber nicht auszuschließen. 

 

Die Krankenkasse DAK forderte am Freitag eine stärkere Impfbereitschaft in der Bevölkerung. «Unser Ziel muss ein Anstieg der Impfquoten sein, damit könnten wir in NRW den Gesundheitsschutz um ein Vielfaches verbessern», sagte Landesvertretungsleiter Peter Mager. Die DAK und das RKI appellierten an Erwachsene, ihren Impfstatus überprüfen zu lassen. Das Problem seien die Impflücken bei jungen Erwachsenen, sagte RKI-Sprecherin Susanne Glasmacher. Wer nach 1970 geboren wurde und nur eine oder gar keine Masern-Impfung im Impfpass habe, sollte sich impfen lassen.

 

Außerdem sollten Eltern ihre Kinder zweimal bis zum zweiten Lebensjahr impfen lassen. Die Impfquoten für Masern lagen zuletzt bundesweit bei 87,3 Prozent für die erste Dosis im empfohlenen Impfzeitraum von 11 bis 14 Monaten. Bis zum 36. Lebensmonat hatten 98,0 Prozent der Kinder die erste Impfdosis erhalten. Die zweite Dosis hatten 73,7 Prozent der Kinder bis zum zweiten Geburtstag bekommen; 89,0 Prozent waren zum dritten Geburtstag vollständig immunisiert. In NRW lagen die Impfquoten etwas höher.

 

In Baden-Württemberg lagen sie dagegen unter dem Bundesdurchschnitt. Dort traten in diesem Jahr bislang 51 Fälle auf nach 23 im Vorjahreszeitraum, wie das Landesgesundheitsamt
am Mittwoch mitteilte. Die DAK mahnte auch hier zur Impfung. «Manche Eltern halten Masern immer noch für eine lästige und ungefährliche Kinderkrankheit, aber für manche enden sie tödlich», erklärte DAK-Landeschef Siegfried Euerle am Mittwoch in Stuttgart. 

 

Bei Masern-Epidemien kommt es von Jahr zu Jahr zu starken Schwankungen. So zählte das RKI 2016 lediglich 326 Fälle, im Vorjahr waren es 2464. 2014 erkrankten 442 Personen, 2013 waren es 1769.

 

01.09.2017 l PZ/dpa

Foto: Fotolia/Kateryna_Kon