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Jemen: 500.000 Cholera-Verdachtsfälle

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Die Zahl der Cholera-Verdachtsfälle im Jemen ist auf eine halbe Million gestiegen. Das meldet die Weltgesundheitsorganisation (WHO) Mitte August. 2000 Menschen sind an der Infektionskrankheit gestorben, seit sich die Epidemie ab Ende April in dem Land rasch ausbreitete.

 

Vor wenigen Wochen hatte das Internationale Komitee des Roten Kreuz (IKRK) prognostiziert, dass sich bis Ende des Jahres 600.000 Menschen in dem Land mit Cholera infiziert haben könnten. Diese Zahl könnte bald erreicht sein, denn immer noch erkranken der WHO zufolge täglich etwa 5000 Menschen neu. Es sei aber zu beobachten, dass die Ausbreitung des Erregers Vibrio cholerae in einigen Regionen stark abgenommen hat.

 

Das Gesundheitssystem des Landes sei überlastet, heißt es in der WHO-Mitteilung. «Tausende von Menschen sind krank, aber es gibt nicht genug Krankenhäuser, nicht genug Medikamente und nicht genug sauberes Wasser», sagt WHO-General Direktor Dr. Tedros Adhanom Ghebreyesus. Um Leben zu retten, müsste im Jemen das Gesundheitssystem gefördert werden, vor allem die Ärzte und Krankenschwestern. Diese müssten endlich für ihre Arbeit bezahlt werden, fordert Ghebreyesus. Etwa 30.000 medizinische Kräfte hätten fast ein Jahr lang kein Gehalt mehr erhalten. (ch)

 

18.08.2017 l PZ

Foto: Fotolia/tashatuvango