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SPD-Politiker will Stellung der Apotheker stärken

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Der SPD-Politiker Edgar Franke hat die Melsunger Aesculap-Apotheke besucht. Dort diskutierte Franke mit Apothekerin Claudia Wegener über die aktuelle Situation der öffentlichen Apotheken. Wegener ist in Nordhessen Wahlkreisbotschafterin der ABDA für die Bundestagswahl. Sie hatte den Vorsitzenden des Gesundheitsausschusses des Deutschen Bundestages, eingeladen, um ihn an Ort und Stelle über die Arbeit in der Apotheke zu informieren.

 

Schwerpunkt des Gesprächs war das Rx-Versandhandelsverbot. Franke machte in dem Gespräch mit Wegener und ihrer Kollegin Ulrike Hund und der Apothekeninhaberin Eva Seitz deutlich, dass er nicht generell gegen ein Versandhandelsverbot sei, Voraussetzung sei jedoch eine rechtlich abgesicherte Lösung. Ein vorschnelles Handeln wäre verfassungsrechtlich und europarechtlich nicht machbar. Zudem müsse man auch berücksichtigen, dass auch Versandhandelsapotheken Bestandsschutz hätten. Ein Rx-Versandhandelsverbot verstoße gegen das Eigentumsrecht dieser Apotheker. Franke: «Wir dürfen nur in Grundrechte eingreifen, wenn überragende Gründe vorliegen, etwa wenn objektiv nachweisbar wäre, dass 20 bis 30 Prozent der Apotheken schließen müssten.»

 

Franke wolle die Offizin-Apotheken stärken. Eine zusätzliche Vergütung von Beratung und Medikationscheck sowie ein Umlagesystem, um kleine Apotheken zu stützen, und eine angemessenere Vergütung von Notdiensten sind Vorschläge, die Franke zur Stabilisierung der Apotheken in der nächsten Legislaturperiode umsetzen will. Der Politiker will aber auch ein Boni-System nicht ausschließen.

 

Wichtig ist dem SPD-Politiker eine Aufwertung der Beratung in den öffentlichen Apotheken. Diese müsse gesellschaftlich, finanziell und fachlich anerkannt werden. «Die Apotheker leisten hervorragende Arbeit, die brauchen wir in der Versorgung, die müssen ergänzend ihre Kompetenz einsetzen, die müssen honoriert werden», sagte Franke.

 

Bei der anschließenden Führung durch die Apotheke erhielt Franke Einblick in die vielfältigen Arbeiten einer Apotheke. Neben der Versorgung von Substitutionspatienten und der Belieferung von Heimen beteiligt sich die Aesculap-Apotheke auch am ATHINA-Projekt. Bei dem Projekt erfassen Apotheker anhand eines Anamnese-Bogens Patientendaten und führen einen Medikations-Check durch. (cw)

 

28.07.2017 l PZ

Foto: PZ/Caroline Wendt (v.l.n.r.: Apothekenleiterin Eva Seitz, Apothekerin Ulrike Hund, Dr. Edgar Franke und Apothekerin Claudia Wegener)