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Digitale Gesundheitsdienste: Zwischen Skepsis und Vertrauen

Datenschutz bei der PZ

Rund die Hälfte der Deutschen steht digitalen Gesundheitsdiensten skeptisch gegenüber. Das geht aus einer Studie hervor, die der Verein Deutschland sicher im Netz (DsiN) heute in Berlin vorgestellt hat. Im Rahmen der Untersuchung hat das Marktforschungsinstitut Kantar TNS rund 2000 Verbraucher befragt. Für jeden Zweiten (51 Prozent) überwiegen bei digitalen Gesundheits- und Fitnessprogrammen demnach die IT-Risiken. Lediglich 28 Prozent sehen vor allem die Vorteile entsprechender Dienste. Dennoch erkennen viele Verbraucher das Potenzial, das in elektronischen Anwendungen steckt. 43 Prozent sind der Meinung, dass der digitale Austausch gesundheitsbezogener Daten die Qualität der Versorgung insgesamt erhöht.

 

Gesundheitsdaten sind allerdings besonders sensible Informationen. Den elektronischen Austausch von Daten zwischen Patient und Arzt bewertet daher die Mehrheit (58 Prozent) als riskant. Weniger skeptisch sind die Verbraucher hingegen, wenn es um rein administrative Vorgänge geht: Eine Online-Terminvereinbarung beim Arzt stufen knapp 58 Prozent der Befragten als ungefährlich ein.

 

Wie die Deutschen elektronische Gesundheitsprogramme bewerten, hängt wesentlich vom persönlichen Nutzen dieser Anwendungen ab. «Eine relative Mehrheit der Verbraucher schätzt digitale Gesundheitsdienste, wenn die Vorteile erkennbar sind», sagte DSiN-Vorstandsmitglied Renate Radon. So seien 41 Prozent der Ansicht, dass digitale Routineüberwachungen helfen könnten, Krankheitsrisiken frühzeitig zu erkennen. Ist der Nutzen eher abstrakt, sinke die Zustimmung hingegen.

 

Laut Studie vertrauen 42 Prozent der Verbraucher Fitness- und Gesundheitsprogrammen zudem eher, wenn ihre Daten ausschließlich auf Servern in Deutschland gespeichert werden. Auffällig war Radon zufolge, dass knapp jeder Fünfte (18 Prozent) Gesundheitsdienste nicht einschätzen und daher keine Angaben machen konnte. «Hier müssen wir verstärkt aufklären», sagte sie.

 

Der Verein Deutschland sicher im Netz ist ein Zusammenschluss von Unternehmen, gesellschaftlichen Initiativen und Branchenverbände der digitalen Wirtschaft. Sein Ziel ist es, mehr Bewusstsein für einen sicheren Umgang mit dem Internet und IT-Diensten zu schaffen. Schirmherr des Vereins ist Bundesinnenminister Thomas de Maizière (CDU). (sch)

 

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24.05.2017 l PZ

Foto: Fotolia/Pixelot